Veranstaltungen in Mitteldeutschland Zukunft des Dokumentarischen – LETsDOK wird in Halle gefeiert

Ausschnitt aus dem Film „Staatsdiener" von Marie Wilke
Szene aus dem Film "Staatsdiener" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am Samstag zeigen zahlreiche Kinos vor allem in Sachsen-Anhalt, aber auch in Sachsen und Thüringen, besondere Dokumentarfilme im Rahmen des bundesweiten Aktionstages "LETsDOK". Anlass für die Kampagne ist das Jubiläum der AG DOK, die am 19. September vor 40 Jahren gegründet wurde. Nach eigenen Angaben ist der Verband mit 900 Mitgliedern der größte Verband von Filmschaffenden in Deutschland. Für die Initiatoren ist der Dokumentarfilm unverzichtbar für eine lebendige Diskussionskultur, weil sie in einzigartiger Form Wirklichkeit abbilden. Gleichzeitig fürchten sie, dass Dokus aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden könnten, weil zum Beispiel Kinos eher auf wirtschaftlich erfolgreichere Spielfilme setzen.

Veranstaltungen in Mitteldeutschland

Die zentrale Jubiläumsveranstaltung der AG Dok mit dem Titel "Die Zukunft des dokumentarischen Arbeitens" wird in diesem Jahr in Halle abgehalten, auf der Branchenvertreter über aktuelle und kommende Herausforderungen referieren. An diesem Tag soll sich außerdem eine Regionalgruppe OST der AG DOK gründen. Auch Kinos in anderen Städten Sachsen-Anhalts zeigen ausgewählte Filme, die sich teilweise konkret mit der Region auseinandersetzen. So läuft im Filmpalast Aschersleben der Film "Staatsdiener" über die Ausbildung von Polizisten in Sachsen-Anhalt. Im Anschluss steht die Filmemacherin Marie Wilke für Fragen zur Verfügung.

Der Film "Land am Wasser" begleitet drei Menschen im südlichen Sachsen-Anhalt zu Orten, die nicht mehr existieren. Danach berichtet Regisseur Tom Lemke von den Dreharbeiten. Der Filmpalast Salzwedel zeigt "Familienleben", der Einblicke in das Leben auf einem Hof in Sachsen-Anhalt gewährt. Sowohl die Regisseurin Hanna Ziegler als auch die Protagonisten werden vor Ort sein. Das Studiokino Magdeburg hat gleich mehrere Filme im Programm, wie "Uferfrauen – Lesbisches L(i)eben in der DDR".

In der Lausitz finden am Samstag an mehreren Orten Jugendkonferenzen zum Thema #MISSION2038 statt, die sich mit dem Strukturwandel und der Zukunft der Region nach dem Kohleausstieg beschäftigen. In Löbau zeigt der Verein Löbaulebt dazu passend den Film "Gundermann Revier " von Grit Lemke über den Mann, der gleichzeitig Baggerfahrer im Tagebau war und Lieder geschrieben hat. Bereits seit dem 3. September laufen in Gera und Jena zum zweiten Mal die Thüringer Dokfilmwochen. Am Samstag stehen wieder mehrere Filme auf dem Programm, wie die Doku "Butenland" über das erste Kuhaltersheim.

Szene aus dem Film "Gundermann Revier"
Szene aus dem Film "Gundermann Revier" Bildrechte: Dok Leipzig/Grit Lemke

Mehr Dokus

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 19. September 2020 | 15:45 Uhr