Lindenstrasse
Bildrechte: WDR

Nach 34 Jahren "Lindenstraße" wird eingestellt

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Nach mehr als 34 Jahren wird die ARD-Serie "Lindenstraße" eingestellt. Wie die ARD am Freitag mitteilte, soll die am 8. Dezember 1985 gestartete Sonntagsserie im März 2020 letztmals ausgestrahlt werden.

Programmdirektor Volker Herres erklärte, die ARD habe sich die Entscheidung "nicht leicht gemacht".

Heute sinkende Zuschauerzahlen

Die am Sonntagabend in der ARD laufende "Lindenstraße" wurde von Hans W. Geißendörfer erfunden und wird inzwischen von dessen Tochter Hana betreut. Die Serie sorgte gerade in ihren Anfangsjahren immer wieder für öffentliche Debatten, etwa durch das Thematisieren von Homosexualität.

Allerdings litt die "Lindenstraße" seit Jahren unter sinkenden Zuschauerzahlen. Das Aus begründete die ARD mit wirtschaftlichen Zwängen. Die am 8. Dezember 1985 gestartete und auf Zuschauerzahlen von um die 15 Millionen hochgeschnellte Serie wird seit einiger Zeit von nur noch etwas über zwei Millionen Menschen gesehen.

Am Anfang Tabubrüche

Ein undatiertes Szenenfoto aus der ersten Folge der Fernsehserie «Lindenstraße» mit dem Titel «Herzlich Willkommen», zeigt (l-r) Tochter Marion Beimer, gespielt von Ina Bleiweiß, Mutter Helga Beimer, gespielt von Marie-Luise Marjan, Vater Hans Beimer, gepsielt von Joachim Hermann Luger, Klausi Beimer, gespielt von Moritz A. Sachs (1. Reihe, M), sein älterer Bruder Benny Beimer, gespielt von Christian Kahrmann (r)
Erste Folge der "Lindenstraße" 1985 Bildrechte: dpa

Ein Problem ist schon seit langem, dass die "Lindenstraße" keine Tabus mehr brechen kann, was in den Anfangsjahren ein Erfolgsrezept war. 1990 küssten sich die Figuren Carsten Flöter und Robert Engel - der erste Kuss zwischen Schwulen im deutschen Fernsehen löste eine Welle an Reaktionen aus. Vorher hatten schon die Aids-Erkrankung und der Tod der Figur Benno Zimmermann für heiße Diskussionen gesorgt. Und auch das Abdriften von Klausi Beimer in die rechte Szene während der Asyldebatte mit Brandanschlägen auf Ausländer Anfang der 90er Jahre sorgte für Aufregung. Diese zeitgenössischen Diskussionen liefen noch heiß, spätere etwa zu Kindesmissbrauch oder einem zum Islam Konvertierten mit Terrorverbindungen dann schon weniger. Und die "Lindenstraße" scheint auch nur noch bedingt als Sprungbett für Schauspieler attraktiv zu sein - früher feierte hier Til Schweiger seine ersten Erfolge.

"Fulminantes Finale" angekündigt

Von den Darstellern und Machern der "Lindenstraße" gab es zunächst keine Reaktion zum Serienaus. Sie haben nun noch eineinhalb Jahre Zeit, sich neu zu orientieren - im März 2020 läuft die Serie ein letztes Mal. Es soll ein "fulminantes Finale" geben, verspricht die ARD.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 16. November 2018 | 13:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2018, 15:43 Uhr

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