Buchtipp "Das Winterwunder an der Saale": Weihnachtserzählung im historischen Halle

In ihrer Weihnachtserzählung "Das Winterwunder an der Saale" führt Christiane Loertzer ihre Figuren durch das historische Halle des 18. Jahrhunderts. Dort kreuzen sich die Wege zweier Kinder an der vereisten Saale. Jahre später begegnen sich die beiden erneut, jedoch ohne sich wiederzuerkennen. Drei Weihnachtsbäume, die Freude eines Waisenkindes, die Hoffnung eines einsamen Herrn und ein geheimnisvolles Medaillon verändern ihr Leben. Damit alle vier ihr Glück finden, muss in der tief verschneiten Stadt ein Weihnachtswunder geschehen.

Weihnachtsmarkt in Halle an der Saale
In ihrem Buch "Das Winterwunder an der Saale" macht Christiane Loertzer Halle zur Kulisse ihrer Weihnachtsgeschichte. Bildrechte: IMAGO / Steffen Schellhorn

Diesen Wintertag an der Saale wird die kleine Annuschka ihr Leben nicht vergessen:

Ein Schlitten auf der Saale? Das hat Annuschka noch nie gesehen. Auf der Saale oder zumindest irgendwie auf dem Eise dort lag ein Körper. Der Körper eines Kindes wohl.

Auszug aus "Das Winterwunder an der Saale"

Das Kind wird gerettet, die Suche nach den Eltern verlief erfolglos und so wuchs der kleine Johann als Pflegesohn beim Direktor des Botanischen Gartnes der halleschen Universität auf. Wir schreiben das Jahr 1781 und das "Winterwunder an der Saale" nimmt Fahrt auf. 

Der Botanische Garten in Halle.
Der Botanische Garten in Halle. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Halle als Kulisse einer Weihnachtsgeschichte

Genau 240 Jahre später treffe ich die Frau, die sich das alles ausgedacht hat, am Eingang zu eben diesem Botanischen Garten. Den hat Christiane Loertzer zu einem Schauplatz ihres Büchleins bestimmt: "Es ist ein wundervoller Ort, mitten in der Stadt, den man selber immer mal vergisst. Und dann kommt man vorbei und denkt: 'Ach Mensch, botanischer Garten, da müsste ich doch mal wieder hinein gehen.'"

Deshalb lässt sie ihren Helden Johann hier groß werden, in einem Lehmhaus, das heute das älteste Gebäude im Bestand der Universität ist. An dieser Hochschule studierte auch Christiane Loerzer, nein nicht etwa Germanistik oder Geschichte, sondern Jura. Auch als Juristin habe man viel mit Lesen und Literatur zu tun, begründet sie ihre Schreibleidenschaft. Gepaart mit dem Wunsch, ihre Wahlheimat Halle auch zur Kulisse einer Weihnachtsgeschichte zu machen.

Weihnachtsmarkt in Halle an der Saale
Der weihnachtlich geschmückte Marktplatz in Halle. Bildrechte: IMAGO / epd


Die Franckenschen Stiftungen und der Marktplatz mit seinen fünf Türmen sind weitere Schauplätze. Wie auch der Domplatz, der sich seine historische Dimension bis heute erhalten hat, so Loertzer: "Man hat hier das Gefühl, wie es ausgesehen haben könnte. Und im Sommer mag ich den Springbrunnen sehr, wenn man unter den Bäumen auf dieser Bank sitzt – eine schöne Atmosphäre hier."

Rührendes Weihnachtswunder

Doch zurück zur Geschichte, Annuschka und Johann wachsen heran und begegnen sich – der Leser ahnt das schon – unvermittelt wieder und verlieben sich auch. Es ist schon sehr anrührend, dieses Weihnachtswunder von Christiane Loertzer. "Es sollte eine liebenswerte Weihnachtsgeschichte sein, etwas fürs Herz. Es passiert ein Weihnachtswunder und es geht allen einfach mal gut."

Da hat die Autorin nicht übertrieben. In ihrer Geschichte spielt denn auch ein Weihnachtsbaum eine große Rolle und auch ein Großvater. Der kann zum rührenden Ende dann auch noch seinen verloren geglaubten Enkel wieder in seine Arme schließen. Ein schönes Weihnachtswunder.

Angaben zum Buch Christiane Loertzer
"Das Winterwunder an der Saale"
Eine Weihnachtsgeschichte
Mit Illustrationen von Moritz Jason Wippermann
Erschienen im Mitteldeutschen Verlag, November 2021
128 Seiten
18 Euro
ISBN 978-3-96311-602-5

Kultur in der Weihnachtszeit

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 14. Dezember 2021 | 14:45 Uhr

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