Buchhandlungspreis Dresdner "LeseZeichen" als besonders herausragender Buchladen ausgezeichnet

Ein Kunde steht mit Mundschutz in einem Buchladen
In Corona-Zeiten haben Buchläden einen besonderen Stellenwert erhalten. Bildrechte: dpa

118 unabhängige Buchläden aus ganz Deutschland sind beim diesjährigen Buchhandlungspreis in unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet worden. Der Preis wurde am Sonntag nach Angaben der Bundesregierung zum sechsten Mal in Kooperation mit dem Börsenverein des Buchhandels und der Kurt-Wolff-Stiftung verliehen. Auch neun Buchhandlungen in Mitteldeutschland wurden dabei ausgezeichnet. Der Laden "LeseZeichen" in Dresden erhielt sogar das Gütesiegel besonders herausragend.

Botschafter und Förderer

Monika Grütters (CDU), Kulturstaatsministerin, trägt eine Mundschutzmaske während sie die Ausstellung "Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert" im Deutschen Historischen Museum (DHM) besucht.
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Begründet wurde der Preis von Monika Grütters, der Kulturbeauftragten der Bundesregierung, die den Preis auch in diesem Jahr verlieh. In ihrer Eröffnungsrede wies sie auf die besondere Bedeutung von Büchern in Zeiten von Pandemie und Reisebeschränkungen: "Gerade in diesem Corona-Jahr 2020, das mit Theatern, Kinos, Konzerthäusern ausgerechnet die Sehnsuchts- und Zufluchtsorte des Alltagslebens besonders hart getroffen hat, ist uns das Buch in der Krise noch mehr als sonst Kulturerlebnis und Seelennahrung zugleich", sagte die CDU-Politikerin. Dabei hob sie auch die Bedeutung von Buchhandlungen als "Fürsprecher auch unbekannter Autorinnen und Autoren, Botschafter unabhängiger Verlage und Förderer der Lesekultur" hervor.

Während der Verleihung fragte die Kulturstaatsministerin auch immer wieder, wie die Läden durch die Krise gekommen sind. Da gerade kleine, inhabergeführte Läden sehr flexibel auf die Krise reagieren konnten, berichten auch hier die Händlerinnen und Händler von unerwartet hohen Umsätzen und einer großen Treue der Kundschaft.

Bemerkenswerte Buchhandlungen

100 Handlungen wurden für anspruchsvolles und vielseitiges literarischen Sortiment, kulturelles Veranstaltungsprogramm oder besondere Lese- und Literaturförderung für Kinder und Jugendliche als hervorragend ausgezeichnet. Dafür erhalten sie ein Gütesiegel und ein Preisgeld in Höhe von 7.000 Euro. Fünf weitere Läden wurden als besonders herausragend prämiert und jeweils 15.000 vergeben. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis für die besten Buchhandlungen gingen an die Potsdamer Buchhandlung "Wist", an den Bonner "Kleinen Laden" und an "Buchstabe" in Neustadt in Holstein. Außerdem wurden zehn Läden ausgezeichnet, die mehr als eine Million Euro Umsatz erwirtschaftet haben.

Susann Struppert
Susann Struppert von der Leipziger Buchhandlung "Serifee" Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow

Preisträger in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt

  • Buchhandlung LeseZeichen, Dresden
  • Buchhandlung Südvorstadt, Leipzig
  • Kinderbuchladen Serifee, Leipzig
  • Rotorbooks, Leipzig
  • Stephanus Buchhandlung Moritzburg, Moritzburg
  • Jacobi & Müller, Halle/Saale
  • Mein Buchladen, Köthen
  • Buchhandlung Am Schloß, Schleusingen
  • kleingedrucktes*, Erfurt

Für den Buchhandlungspreis können sich Läden in der Bundesrepublik bewerben, die nicht zu einer Kette gehören, vom Inhaber geleitet werden und einen Jahresumsatz unter einer Million Euro hatten. 426 Buchhandlungen hatten sich beworben, 60 von ihnen wurden in diesem Jahr zum ersten Mal ausgezeichnet. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 850.000 Euro vergeben. Da die Preisverleihung in diesem Jahr nur online als Stream gefeiert wurde, sollen die diesjährigen Preisträger bei der Verleihung 2021 noch einmal eingeladen werden.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 30. November 2020 | 06:30 Uhr

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