Auszeichnung Erich-Loest-Preis für Ulrike Almut Sandig

Ulrike Almut Sandig
Ulrike Almut Sandig Bildrechte: imago images / gezett

Die Schriftstellerin und Lyrikerin Ulrike Almut Sandig erhält den Erich-Loest-Preis 2021. Geehrt werde sie für ihr lyrisches Werk sowie ihren Roman "Monster wie wir", wie die Medienstiftung der Sparkasse Leipzig im Dezember 2020 bekannt gab. Die Verleihung war ursprünglich für den 24. Februar im Mediencampus Villa Ida in Leipzig geplant. Wegen der Corona-Pandemie wird die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung nun erst am 9. September in Leipziger überreicht.

Sandig habe mit ihrem ersten Roman eine "fulminante, literarisch anspruchsvolle Auseinandersetzung mit dem brisanten, über den Tag hinaus weisenden Thema des Missbrauchs und sexualisierter Gewalt in der Familie vorgelegt", begründete die Jury. "Monster wie wir" spielt zum großen Teil in den späten Jahren der DDR und thematisiert das Leben dreier von sexualisierter Gewalt betroffener Kinder und ihrer Familien.

Über die Preisträgerin

Ulrike Almut Sandig wuchs in Nauwalde bei Gröditz auf. Die Tochter des Pfarrers und Politikers Heiner Sandig gründete 2001 gemeinsam mit der Autorin und Musikerin Marlen Pelny die Literaturprojekte augenpost und ohrenpost, für die sie Gedichte an Bauzäune klebte sowie auf Flyern und Gratispostkarten verbreitete. Sandig studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und debütierte 2005 mit dem Gedichtband "Zunder". Eine Zeit lang  gab sie gemeinsam mit Jan Kuhlbrodt die Leipziger Literaturzeitschrift EDIT heraus. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin.

 Über den Erich-Loest-Preis

Der alle zwei Jahre verliehene Preis erinnert an den Leipziger Schriftsteller Erich Loest (1926-2013), der zu den bedeutenden deutschen Autoren der Nachkriegszeit und der realistischen deutschsprachigen Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zählt. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt Autoren, die die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland nicht nur beschreiben, sondern mit ihrer Stimme den demokratischen Diskurs mitgestalten. Außerdem sollen die Preisträger mit dem mitteldeutschen Raum verbunden sein. Bisherige Preisträger waren der kürzlich verstorbene Guntram Vesper (2017) und Hans Joachim Schädlich (2019).

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 03. Dezember 2020 | 16:30 Uhr