Bekanntgabe der Longlist Deutscher Buchpreis: Gert Loschütz und Thomas Kunst auf Longlist

Thomas Kunst und Gert Loschütz
Die Romane "Besichtigung eines Unglücks" von Gert Loschütz und "Zandschower Klinken" von Thomas Kunst stehen auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2021. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk/imago/Gerhard Leber

Der in Leipzig lebende Schriftsteller Thomas Kunst und der in Genthin geborene Schriftsteller Gert Loschütz sind für den Deutschen Buchpreis 2021 nominiert worden. Am Dienstag gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt die sogenannte Longlist mit 20 nominierten Büchern aus insgesamt 230 eingereichten Romanen bekannt. Am 21. September wird die Liste auf sechs Titel, die Shortlist, reduziert. Der finale Gewinner oder die Gewinnerin des mit insgesamt 25.000 Euro dotierten Hauptpreises für den "Roman des Jahres" wird zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse auf einer Preisverleihung am 18. Oktober 2021 verkündet.

Thomas Kunst: Nominiert mit "Zandschower Klinken"

Der 1965 in Stralsund geborene und in Leipzig lebende Schriftsteller Thomas Kunst veröffentlicht Gedichte und Romane sowie Hörbücher, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Lyrikpreis Meran 2014. Für einen Auszug aus seinem für den Deutschen Buchpreis nominierten Roman "Zandschower Klinken" erhielt er bereits den Niederösterreich Literaturpreis 2018.

So verworren und verwirrend manches in diesem Roman daherkommt, so überzeugend wirkt er, sobald man sich auf seine kühne Form einlässt.

Rainer Moritz MDR KULTUR-Literaturkritiker

Gert Loschütz: Nominiert mit "Besichtigung eines Unglücks"

Der 1946 in Genthin geborene Schriftsteller Gert Loschütz war bereits 2018 mit seinem Roman "Ein schönes Paar" für den Deutschen Buchpreis nominiert. Nun hat er es mit seinem Buch "Besichtigung eines Unglücks" wieder auf die Longlist der begehrten Literatur-Auszeichnung geschafft: Die Handlung basiert auf einem Hörspiel, das Loschütz bereits im Jahr 2001 geschrieben hat. Ausgangspunkt des Romans ist der Geburtsort des Schriftstellers: Genthin im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt, wo sich 1939 das bisher schwerste Eisenbahnunglück auf deutschem Boden ereignete.

Vor allem seine akribische Nacherzählung des Eisenbahnunglücks macht jedem Krimi Konkurrenz.

Kais Harrabi MDR KULTUR-Literaturkritiker

Auch Shida Bazyar, Mithu Sanyal und Heinz Strunk auf der Longlist

Auf die Auswahlliste der 20 besten Romane haben es unter anderem Mithu Sanyal, Christian Kracht, Heinz Strunk, Shida Bazyar, Franzobel, Monika Helfer und Franziska Hoppe mit ihren neuen Romanen geschafft. Mit der Longlist habe die Jury eine Auswahl getroffen, "die das erzählerische Experiment ebenso würdigt wie den realistischen Roman, das Komische wie das Surreale", so Jury-Sprecher und Kulturedakteur Knut Cordsen vom Bayerischen Rundfunk. Die ausgewählten 20 Bücher würden sowohl "Herkunft und Geschichte" als auch "zentrale Fragen der Gegenwart" in den Blick nehmen, so die Jury weiter.

Deutscher Buchpreis 2021

Anne Weber
Anne Weber erhielt die Auszeichnung des Deutschen Buchpreises 2020. Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Der Deutsche Buchpreis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Literatur-Branche. Der mit insgesamt 37.500 Euro dotierte Preis wird seit 2005 verliehen: Der Sieger oder die Siegerin erhält 25.000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro. Das Besondere am Auswahlverfahren: Auch Titel, die sich zum Zeitpunkt der Ausschreibung noch in der Produktion befinden, sind zugelassen. Der Buchpreis wird in diesem Jahr von einer unabhängigen siebenköpfigen Jury um Kulturredakteur Knut Cordsen vom Bayerischen Rundfunk verliehen. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an die Offenbacher Autorin und Übersetzerin Anne Weber für ihren Roman "Annette, ein Heldinnenepos".

Mehr Auszeichnungen für Literatur aus der Region

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 24. August 2021 | 10:30 Uhr

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MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei