Auszeichnung Thüringer Literaturpreis für Steffen Mensching

Steffen Mensching ist Intendant am Theater Rudolstadt und schrieb zahlreiche Bücher und Gedichtbände, u.a. "Jakobs Leiter" und "Schermanns Augen". Jetzt wurde er für sein literarisches Werk ausgezeichnet.

Steffen Mensching
Steffen Mensching zog 2008 von Berlin nach Rudolstadt. Bildrechte: IMAGO / Hartenfelser

Der Schriftsteller und Intendant Steffen Mensching erhält den diesjährigen Thüringer Literaturpreis. Wie am Freitagvormittag bekanntgegeben wurde, wird Mensching für sein vielfältiges künstlerisches Werk ausgezeichnet. Der 1958 in Berlin-Lichtenberg geborene Steffen Mensching hat ein umfangreiches Werk geschaffen, zu dem Gedichtbände, mehrere Romane, Erzählungen, Kinderbücher, Reportagen, Lieder und satirische Texte gehören.

Auch als Herausgeber ist Mensching aktiv, der seit der Spielzeit 2008/09 das Theater in Rudolstadt leitet. Steffen Mensching lebte damals in Berlin, hatte auch einige Zeit in New York verbracht. Die dort gemachten Recherchen und Erfahrungen schlugen sich in seinem Roman "Jakobs Leiter" nieder, in dem ein Mann aus Deutschland in Manhattan einen Buchhändler trifft, der ihm viertausend kostbare Bücher zum Kauf anbietet, die aus Europa nach Amerika kamen.

Mensching als erfolgreicher Intendant in Rudolstadt

Als Steffen Mensching nach Rudolstadt kam, gab es Zweifel, ob er hier Fuß fassen würde. "Da gab's Vorbehalte", erinnerte er sich später, "ob der das denn kann, ob der sich da einlassen wird, oder doch eher großstädtisch arrogant sein Programm hier durchzieht und wenn es nicht funktioniert, dann wieder weiterwandert. Den Vorsatz hatte ich nicht, den Vorsatz hatten wir nicht, sondern wir wollten wirklich versuchen, das, was wir für Theater richtig und richtig halten, hier auszuprobieren und anzubieten."

Steffen Mensching 9 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Di 24.09.2019 19:30Uhr 08:51 min

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/video-radio/video-340056.html

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Steffen Mensching überzeugte, er ist ein sehr erfolgreicher Intendant geworden, der manchmal auch selbst auf der Bühne steht. Er inszenierte u.a. "Kabale und Liebe" (2009), "Biografie. Ein Spiel", "Der Revisor" (2011), "Die hellen Haufen" (2013) und "Das Festkomitee" (2017). Oder die Wende-Komödie "Hilfe, die Mauer fällt" zusammen mit dem Autor Karsten Laske.

Er moderiert regelmäßig die Rateshow "Was bin ich?" in der Rolle des Robert Lembke am Theater Rudolstadt und trat in Molières "Der eingebildete Kranke" und in Goethes "Faust_Eins" als Schauspieler auf. Eine viel beachtete Produktion war 2018 "Der Meister und Margarita“ nach dem Kultroman von Michail Bulgakow. Auch als Autor ist er unermüdlich.

Literarischer Höhepunkt: "Schermanns Augen"

Der bisherige Höhepunkt seines literarischen Schaffens ist der Roman "Schermanns Augen", der nach zwölfjähriger intensiver Recherche entstand. Mensching entwirft darin ein großes Panorama, das vom Wien und Berlin der zwanziger Jahre in ein sowjetisches Straflager am Ende der zivilisierten Welt führt. "Das ist kein Buch, das nur das Leiden darstellt", so der Autor über seinen Roman. "Aber der Hauptplot ist natürlich dieses Straflager. Das schreckt manchen, glaube ich, auch ab, dass man denkt, das ist ein Roman nur der Grausamkeit. Das ist es wahrlich nicht. Es ist, glaube ich, auch eine recht spannende Geschichte, auch mit Witz Ironie, Sarkasmus, mit relativ schnellen Szenenwechseln und spritzigen Dialogen." Im Februar dies Jahres kam mit "In der Brandung des Traums" ein neuer Gedichtband von ihm heraus.

Mehr über Steffen Mensching und das Theater Rudolstadt

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 18. Juni 2021 | 11:30 Uhr

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