Auszeichnung für deutschsprachige Lyrik Peter-Huchel-Preis für Dresdner Autor Marcel Beyer

Marcel Beyer, 2014
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Der diesjährige Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht an den in Dresden lebenden Autor Marcel Beyer. Damit würdigt die Jury seinen bei Suhrkamp erschienene Band "Dämonenräumdienst" als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2020. Die darin versammelten lyrischen Texte des 1965 im baden-württembergischen Tailfingen geborenen Autors seien "Abenteuerexpeditionen in vertrautes Gelände, das plötzlich fremd und unheimlich erscheint". In Beyers "streng komponierten Gedichten" würden "Elternhaus und Elvis, die Eindrücke der Kindheit, magische Begegnungen mit den Phänomenen der Popkultur und den Helden der Klatschspalten" in "unerhörte Zusammenhänge gerückt", urteilte die Jury.

Durchbruch mit dem Roman "Flughunde"

Mit seinem 1995 veröffentlichten Roman "Flughunde", der die Geschichte des Sterbens der Goebbels-Kinder im Führerbunker thematisiert, gelang Marcel Beyer der literarische Durchbruch. Es folgten weitere Romane wie "Spione" (2000) und "Kaltenburg" (2008), sowie die Essay-Sammlung "Nonfiction" (2003) und Lyrik-Bände mit den Titeln "Erdkunde“ (2002) und "Graphit" (2014). Bereits 2016 erhielt Marcel Beyer mit dem Georg-Büchner-Preis eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen Deutschlands.

Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik

Die Auszeichnung ist nach dem Lyriker Peter Huchel (1903-1981) benannt und mit 10.000 Euro dotiert. Der Preis wird Marcel Beyer voraussichtlich am 21. Mai 2021 in Staufen im Breisgau verliehen. Zu den bisherigen Trägerinnen und Trägern des seit 1984 verliehenen Preises, der die literarische Arbeit deutschsprachiger Lyrikerinnen und Lyriker würdigt, gehören Ernst Jandl, Durs Grünbein, Thomas Kling sowie Uljana Wolf.

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