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Ulrike Draesner, Leiterin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig Bildrechte: IMAGO / gezett

Auszeichnung

Ulrike Draesner erhält Großen Preis des Deutschen Literaturfonds

Stand: 01. September 2021, 11:11 Uhr

Den "Großen Preis des Deutschen Literaturfonds" erhält in diesem Jahr Ulrike Draesner. Das gab der Deutsche Literaturfonds am Mittwoch bekannt. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin ist Draesner Leiterin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig.

Eine Beobachterin der Gegenwart

In der Begründung der Jury hieß es, Ulrike Draesner sei in vielen literarischen Gattungen zu Hause und habe für jede eine eigene Form und Sprache entwickelt. Sie erweise sich in all ihren Büchern als Meisterin der dichten Gedankenschilderung und als genaue Beobachterin der Gegenwart.

Ihre Lust am Erzählen und an der Wirkungskraft des Wortes ist in jedem Band zu spüren – gleich ob Prosa, Lyrik oder Essay – und sie ist so ansteckend, dass ihr die Jury den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds 2021 zuspricht.

Aus der Jurybegründung

Draesner verleihe ihren Figuren eine eigene Stimme, einen eigenen Sprachduktus, und führe kunstfertig durch fremde Gedankengänge. Sie fordere die Sprache heraus, ohne ihr Publikum dabei aus den Augen zu verlieren.

Mit wieviel Empathie sie das Innenleben ihrer Figuren entwickelt und zugleich jene sachte Distanz wahrt, die es erlaubt, Widersprüche und Rätselhaftes zu offenbaren, hat zuletzt der Künstlerroman 'Schwitters' gezeigt.

Aus der Jurybegründung

Über Ulrike Draesner

Ulrike Draesner, geboren 1962 in München, hat Germanistik, Anglistik und Philosophie studiert. 1992 promovierte sie mit einer Arbeit über Wolframs Parzival. Seit 2018 ist sie Leiterin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig. Draesner schrieb zahlreiche Romane, Essays sowie Erzähl- und Lyrikbände, für die sie ebenso zahlreiche Preise erhielt. 2014 erschien ihr Roman "Sieben Sprünge vom Rand der Welt", für den sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Zuletzt veröffentlichte sie die Romane "Kanalschwimmer" (2019) und "Schwitters" (2020). Darüber hinaus ist sie auch noch als Übersetzerin tätig und übersetzte unter anderem zwei Bände der amerikanischen Nobelpreisträgerin Louise Glück.

Hochdotierte Auszeichnung

Der "Große Preis des Deutsche Literaturfonds" wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert und gehört mit einem Preisgeld von 50.000 Euro zu den höchstdotierten Literaturpreisen in Deutschland. Der zugleich vergebene "Kranichsteiner Literaturförderpreis" für junge Autorinnen und Autoren geht 2021 an Annina Haab. Beide Preise werden am 11. Oktober 2021 um 18 Uhr im Literaturhaus Leipzig überreicht.

Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 01. September 2021 | 11:30 Uhr