Propyläen Online-Großprojekt zu Goethe macht Zehntausende Briefe zugänglich

Johann Wolfgang von Goethe, Büste von Carl Rumpf, 1896
Johann Wolfgang von Goethe lebte von 1749 bis 1832 und hob zahlreiche Dokumente auf. Bildrechte: IMAGO / imagebroker

Der Person Johann Wolfgang von Goethe ganz nah kommen, das ist ab heute auf der Online-Forschungsplattform Propyläen möglich. Erstmals in dieser großen Anzahl sind dort unter anderem Tagebücher und Briefe des Dichters und Denkers für die Öffentlichkeit digital zugänglich, erklärt der Projektverantwortliche Marcel Lepper.

Dieses Goethe-Projekt ist von ungeahnter Reichweite und bisher präzedenzlos.

Marcel Lepper, Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs
Marcel Lepper, neuer Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs
Der Projektverantwortliche Marcel Lepper ist Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs. Bildrechte: dpa

Der Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs führt aus: "Die Propyläen, diese Forschungsplattform, das ist ein Jahrhundertprojekt. Das führt große gedruckte Editionsunternehmungen in digitaler Form für ein möglichst weites Publikum zusammen." Es gehe um 20.000 Briefe an und 15.000 Briefe von Goethe, Gespräche, Begegnungen sowie Tagebücher aus 57 Lebensjahren des Dichters.

Nutzerinnen und Nutzer sollen diese durchsuchen und sich in digitalisierte Handschriften hereinzoomen können. Für das Verständnis bekommen sie auch Zugriff auf zugehörige Kommentare.

Wir können diesen Archivschatz, der UNESCO-Weltdokumentenerbe ist, auf diese Weise mit der Allgemeinheit teilen.

Marcel Lepper

Projekt auf 25 Jahre angelegt

Das Projekt will dabei auf Basis der bisher erschlossenen Quellenbestände zu Goethe eine integrierte Forschungsplattform zum Leben und Schaffen des Universalgelehrten sein – sowohl für die Wissenschaft als auch für die Öffentlichkeit.

Zunächst ist eine Betaversion von Propyläen online gegangen, die weiter wachsen soll. Das gesamte Forschungsprojekt ist auf 25 Jahre angelegt, neben der Klassik Stiftung Weimar sind auch die Digitale Akademie Mainz und die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig an der Unternehmung beteiligt.

Eine original Handschrift von Johann Wolfgang Goethe
Die zweite Strophe des Gedichts "Freisinn" aus dem "West-östlichen Divan" hat Goethe an seinem 80. Geburtstag im Jahr 1829 niedergeschrieben. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. Oktober 2021 | 07:30 Uhr