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Manga, Anime, Cosplay – wo anfangen?Zehn Einstiege in die Welt der japanischen Popkultur

04. Juli 2023, 18:00 Uhr

Manga, Anime und Cosplay sind bunte Aushängeschilder der Popkultur in Japan. Allein zur Leipziger Buchmesse pilgern jedes Jahr zehntausende Menschen in bunten Kostümen um sich zu vernetzen und zu zeigen. Doch wo fängt man an, wenn man in die Szene eintauchen will? Zehn Menschen, die sich schon lange für die japanische Kultur begeistern, haben uns diese Frage beantwortet.

von Annie Reischmann, MDR KULTUR

Die bunte Welt von Manga, Anime und Cosplay kann überwältigend wirken, wenn man neu damit in Berührung kommt. Die folgenden zehn Tipps machen den Einstieg leichter und kommen direkt von Personen, die sich in der japanischen Popkultur auskennen:

1. Anlaufstelle Mangaladen

Eine gute erste Anlaufstelle ist immer der Mangaladen des Vertrauens. Für mich ist es das Comic-Portal im Elbepark in Dresden. Dort kann man hingehen und sagen, "Ich mag Krimis. Gibt es so was hier für mich?", und schon bekommt man massenweise Auswahl für ein bestimmtes Interessensgebiet.

- Nunu | Animeartist aus Mitteldeutschland

2. Tokyo-Reisebericht

Das Buch "Wrong about Japan: Eine Tokyoreise" ist der Reisebericht eines Vaters, der mit seinem zwölfjährigen Sohn nach Tokyo fährt. Beide wollen das "wahre Japan" erleben, haben aber komplett unterschiedliche Vorstellungen davon. Neben Kabuki und Schwertmachern treffen sie auf Mangakultur und Anime-Kultregisseur Hayao Miyazaki – ein kurzweiliger Einstieg in die Kultur der Gegensätze!

- Marcus Klöppel | Dozent für Storytelling und Game Writing, Macromedia Hochschule Leipzig

3. "Studio Ghibli"-Filme

Szene aus dem Animationsfilm "Chihiros Reise ins Zauberland" aus dem Jahr 2001 Bildrechte: imago images/Mary Evans

Die Filme von Studio Ghibli sind ein guter Anfang: "Mein Nachbar Totoro", "Kikis kleiner Lieferservice" oder "Ponyo" – jeder überzeugt mit liebenswerten Charakteren und originellen Geschichten. Und "Chihiros Reise ins Zauberland" hat man vielleicht sogar schon gesehen!

- Steffi Engler | Künstlerin aus Leipzig, bekannt unter dem Künstlernamen Lichtspielsplitter

4. Convention-Besuch

Einen Einstieg in die Szene und auch direkten Anschluss an Gleichgesinnte findet man, wenn man eine Veranstaltung mit Anime-Manga-Cosplay-Bezug besucht – Veranstaltungen wie die DeDeCo in Dresden oder die Leipziger Manga Comic Con. Hier kann man erst mal entspannt reinschnuppern. Die nächste DeDeCo findet vom 23. bis 25. Februar 2024, die nächste Manga Comic Con vom 21. bis 24. März 2024 im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt.

5. Gaming

Super Mario mit seinem Erfinder, der Videospiel-Legende Shigeru Miyamoto Bildrechte: imago/Kyodo News

Ganz wichtig sind auch Videospiele: Nintendo und die Spiele von Shigeru Miyamoto, die Werke von Hideo Kojima, Firmen wie Capcom, Bandai Namco oder Square Enix. Einen Überblick gibt die Doku "Made in Japan – Einblick in Japans Games-Industrie" von Rocket Beans auf YouTube.

- Tam Ho Dieu Linh | Artist & Content-Marketing PandaBee Studios Leipzig

6. Dark-Fantasy-Anime

Eine Figur aus der Anime-Serie "Fate/Zero" Bildrechte: imago/AFLO

"Fate/Zero" handelt von sieben Magiern und ihren Heldengeistern - darunter König Arthus, Alexander der Große u. a., die in einer Battle-Royale um den Heiligen Gral kämpfen. Der Dark-Fantasy-Anime überzeugt durch eine Fülle an unterschiedlichen Charakteren, humorvollen und traurigen Szenen, Kämpfen und Intrigen. Zudem besticht er durch seine unglaubliche Bildgewalt und musikalische Untermalung.

- Christopher Schramm | Mitglied der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Leipzig in Sachsen e.V.

7. Das Abenteuer zweier Brüder

Ich würde die Anime-Serie "Fullmetal Alchemist" empfehlen, weil es nicht nur eine extrem gut gemachte und gut umgesetzte Geschichte ist, sondern auch eine gute Mischung aus Abenteuer, Action, Witz und Drama und eine komplexe, nachdenkliche Story, an deren Ende alle Fäden zusammenfinden. Und weil sie mit europäisch inspiriertem Setting und im Umfang nicht überfordernd auch für einen Einsteiger leicht zugänglich ist.

- Alexander Zobel | Manga-Quartett

8. Cosplay ist Handarbeit

Wir hatten am Anfang auch keine Ahnung von Cosplay, haben zuerst Kostüme gekauft – bis wir gecheckt haben, dass man das alles selbst machen kann, alles stundenlange Handarbeit ist. Wenn man im Internet recherchiert, kommt man an Kamui nicht vorbei. Sie ist der Ursprung. Alle Wege führen an ihr vorbei, ob vor zehn Jahren oder heute. Ich kenne nicht einen (Rüstungs-)Cosplayer der angefangen hat, OHNE vorher Kamuis Videos zu schauen.

- Yoshi | Nightshift Cosplay

9. Inspriation durch Vorbilder und Idole

Wir alle haben Vorbilder und Idole, Figuren, die uns prägen und inspirieren, und beim Cosplay haben wir die Möglichkeit, für kurze Zeit diese Figuren direkt am Herzen zu erleben. Von daher ist es für jeden total persönlich, womit man startet. Vielleicht eine Figur, die besonders mutig ist, denn Mut gehört auch etwas zu Cosplay dazu! Bei mir war es "Naruto".

- Zwillingsnadel Cosplay

10. Superhelden und Lovestory

Filmszene aus dem Animefilm "Boku no hero" Bildrechte: imago images/Everett Collection

Ein guter und aktueller Einstieg in Anime und Manga ist "Boku no hero": Basierend auf Superhelden, greift es den Hype um Marvel etwas auf und bietet ein interessantes Universum mit vielen Charakteren. Ein bisschen mehr Lovestory und Realität bekommt man bei "Wotakoi" ("Keine Cheats für die Liebe"). Beide Manga haben einen schönen Artstyle und dazugehörigen Anime – also auch etwas für Lesefaule!

- Dancingfoxcosplay

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Popcult Japan | 16. Juni 2022 | 03:05 Uhr

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