Trauer Rock'n'Roll-Legende Little Richard ist tot

Sänger Little Richard (USA) während eines Konzertes in Vancouver
Sänger Little Richard (USA) während eines Konzertes in Vancouver Bildrechte: imago/UPI Photo

Little Richard ist tot. Das bestätigte sein Sohn Danny Penniman gegenüber dem amerikanischen Magazin Rolling Stone. Richard galt als einer der Gründungsväter des Rock'n'Roll. Zu seinen größten Hits gehörten "Tutti Frutti", "Long Tall Sally", "Rip It Up" und "Good Golly Miss Molly". Er inspirierte viele Musiker wie Buddy Holly, Jerry Lee Lewis und Elvis Presley. Die Beatles coverten einige seiner Lieder. Seine wilde Bühnenshow riss seine Anhänger zu Begeisterungsstürmen hin. 1986 wurde er in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen.

1955 brüllte er in einem Tonstudio seinen unverwechselbaren Ruf: "A wop bop a loo lop a lop bam boo", danach läutete der Song "Tutti Frutti" eine neue Ära ein. Little Richard erfand den Rock'n'Roll und legte die Grundsteine für Funk und Soul. Die Hauptrolle in seinem Leben aber spielte die Kirche, 1957 wurde er Priester. Zuletzt war der Musiker gesundheitlich angeschlagen und lebte zurückgezogen im US-Bundesstaat Tennessee.

Ein bewegtes Leben

Richard Wayne Penniman wurde 1932 in äußerst ärmliche Verhältnisse hineingeboren, sein Vater war Schmuggler und wurde ermordet, er hatte 11 Geschwister. Weil er so schmächtig war, rief man ihn "Little Richard". Seine Kindheit und Jugend war von der brutalen Trennung von Weißen und Schwarzen geprägt.

Schwarze lebten in Georgia damals nur in den unerträglich lauten Gegenden direkt neben den Bahngleisen. Später erinnerte sich der Künstler daran, wie er als Kind nachts von den vorbeifahrenden Zügen durchgeschüttelt wurde und dachte: "Irgendwann mache ich einen Song, der sich genau so anhört".

Sein Berufsleben begann mit Gelegenheitsjobs, dann sang er Gospel und bekam schließlich einen ersten Plattenvertrag. Little Richard hatte schnell Erfolg, man bezeichnet ihn als "Gott des Rock'n'Roll". Er feierte rauschende Partys, trat in wilden Kostümen auf und brachte in seinen Konzerte Weiße und Schwarze zusammen.

Aber dann war plötzlich Schluss. Bei einer Konzertreise nach Australien 1957 entschied sich Little Richard spontan, die Musik hinzuschmeißen und Priester zu werden. Seitdem lebte der schrille Künstler zwischen zwei Welten - der Kirche und der Musik.

 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 09. Mai 2020 | 17:00 Uhr