"Kleine Komödie" Warum der Kabarettist Lothar Bölck in Gera ein Boulevard-Theater eröffnet

Natürlich ist alles streng geheim - Michael Frowin und Lothar Bölck.
Lothar Bölck (r.) wurde durch die Sendung "Kanzleramt Pforte D“ bekannt Bildrechte: MDR/Marco Prosch

Zehn Jahre lang war der Kabarettist Lothar Bölck der Pförtner in der MDR-Sendung "Kanzleramt Pforte D“. Nun gründet er das erste private Boulevard-Theater Thüringens. Die "kleine Komödie" eröffnet am 8. Februar in Gera.

Premiere mit "Funny Boys"

"Funny Boys" heißt das Premierenstück der kleinen Komödie. Es ist eine Verneigung vor der Filmkomödie "Sunny Boyss" aus den 1970er Jahren, in der sich zwei Komiker zusammenraufen müssen, deren ruhmreiche Tage längst hinter ihnen liegen. Parallelen zur Handlung sind schnell entdeckt, wenn Lothar Bölck die Geschichte seines neuen Boulevardstücks umreißt: "Ich habe gedacht, warum sollen nicht einmal zwei Kabarettisten ihre letzte Vorstellung spielen, die jahrelang außerhalb der Bühne nicht miteinander gesprochen haben", erzählt Bölck. "Jetzt hat einer ein Angebot, sie sollen in einem Film mitspielen. Und das geht natürlich alles schief."

Kabarettist Lothar Bölck auf dem Riverboat. 5 min
Bildrechte: IMAGO

Der Kabarettist Lothar Bölck aus der "Kleinen Komödie" in Gera im Gespräch mit unserem Moderator über die Finten und Wirren der Thüringer Regierungsbildung.

MDR KULTUR - Das Radio Sa 08.02.2020 10:15Uhr 05:26 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kabarettist Lothar Bölck auf dem Riverboat. 5 min
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Der Kabarettist Lothar Bölck aus der "Kleinen Komödie" in Gera im Gespräch mit unserem Moderator über die Finten und Wirren der Thüringer Regierungsbildung.

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Prominente Gäste in Gera

Seine neue Wirkungsstätte schätzt Bölck. "Gera ist eine tolle Stadt", sagt der Kabarettist in seinem Stück.

Hier sind lauter fröhliche Menschen mit mürrischen Gesichtern.

Lothar Bölck über Gera

In der ersten Spielzeit hat Bölck auch zahlreiche prominente Gäste für die kleine Komödie gewonnen. Angekündigt haben sich unter anderem Frank Lüdecke, Wolfgang Stumph und Dorit Gäbler.

Kabarett in der DDR

Lothar Bölck wurde 1953 in Fürstenwalde geboren. Sein erstes festes Engagement als Kabarettist hatte er Mitte der 1980er Jahre, bei den "Oderhähnen" in Frankfurt/Oder. "Ich bin da zum Stadtkabarettisten geworden", erinnert sich Bölck. "Eine Kabarettkarte in so einer Kleinstadt war ja die dritte Währung. Also erst die D-Mark, dann die DDR-Mark und dann eine Kabarettkarte."

Weitere Stationen folgten bei den "Kugelblitzen" in Magdeburg, der "Leipziger Pfeffermühle" und der "Distel" in Berlin. Zu DDR-Zeiten habe es eine solidarische Haltung zwischen Publikum und Kabarettisten gegeben, so Bölck. Man lebte im selben Land und wusste, was dabei nicht gut war. Heute säße längst kein monolithischer Block vor einem: "Heute, in dieser polarisierenden Welt, kann es passieren, dass man ausgebuht wird oder Leute verlassen mit lautem Türenknallen das Haus."

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. Februar 2020 | 12:00 Uhr

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