Madison Cunningham
Madison Cunningham Bildrechte: imago/ZUMA Press

Debutalbum Madison Cunningham blickt unter die Oberfläche

Madison Cunningham ist Anfang 20 und zeigt auf ihrem Debutalbum "Who Are You Now", dass sie mehr Tiefgang hat, als viele Alterskolleginnen der Generation Selfie. Ihre Songs sind mal ruppig, mal zart. Und sie will die Menschen inspirieren.

von Heidi Eichenberg, MDR KULTUR-Musikredakteurin

Madison Cunningham
Madison Cunningham Bildrechte: imago/ZUMA Press

Die 21-jährige Madison Cunningham aus dem kalifornischen Orange County präsentiert ihr Gesicht auf dem Cover ihres Debutalbums "Who Are You Now" in einfachen Bleistiftstrichen. Es ist nur in Umrissen zu erkennen, die ineinander verschoben sind. Ein schärferes Bild der Sängerin und Songwriterin entsteht erst mit den zehn Songs des Albums.

Der Sound ist ruppig und zart, die Song-Linien zeigen anarchische und harmonische Züge und die Stimme von Madison Cunningham offenbart so viele Facetten, dass ein einzelnes Bild nur wie ein Schnappschuss sein könnte.

Kaum vergleichbar

Die Schönheit der Songs und die Reife ihres Vortrags verbieten eigentlich jeden Vergleich, und wenn überhaupt, sind es nur die Sängerinnen aus der ersten Liga des Pop wie Joni Mitchell, Cheryl Crow oder Norah Jones, die sich dafür anbieten würden. Madison Cunningham allerdings hat die Gabe, artifiziellen Folk mit Garagen-Rock'n'Roll und elektrifiziertem Bar-Jazz kombinieren zu können, ohne Klischees und Botschaften bemühen zu müssen. Und das schützt ihre Songs vor genau der Langeweile, mit der viele ihrer Zeitgenossen die Sucht nach Schönheit bezahlen.

Schönheit und Schmerz

Madison Cunningham
Madison Cunningham Bildrechte: Universal Music, Claire Marie Vogel

Cunninghams Blick geht unter die Oberfläche. In ihren Songs offenbart sie Unwohlsein sowohl in Beziehungsfragen als auch bezüglich des Zustands der Welt. Skepsis und der Wunsch nach Verbindlichkeit klingen genauso an, wie das Gefühl, von innerer Leere und Oberflächlichkeit umgeben zu sein. Und kein Song bringt die Verletzlichkeit, die Angst zerbrochen oder nicht gelikt zu werden stärker auf den Punkt als der Song "(Beauty and Pain are) A Common Language".

Seit sie sieben Jahre alt ist, spielt Madison Cunningham Gitarre. Inzwischen sind andere Instrumente wie Vibraphon dazugekommen. Ihre Stücke komponiert sie am Klavier. Erste Auftritte absolvierte sie gemeinsam mit ihren fünf Geschwistern in der Kirche in Orange County. Später, im Alter von 15 oder 16, sei sie von Joni Mitchell und Bob Dylan "erweckt worden", sagt die Sängerin, die auch eine klare Vorstellung hat, was sie bei ihrem Publikum erreichen möchte:

Meine Hoffnung ist, dass meine Musik den Leuten helfen wird, sich nicht immer nur um sich selbst zu drehen. Oder vielleicht wenigstens die eine oder andere Frage zu stellen. Ich wünsche mir, dass sie nach dem Konzert mit mehr Ideen nach Hause gehen, als sie zuvor hatten.

Madison Cunningham

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. September 2019 | 08:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2019, 04:00 Uhr

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