Arbeit mit Dresdner Sinfonikern Wie Komponist Marc Sinan trotz Lockdown kreativ ist

Der Komponist und Musiker Marc Sinan arbeitet gerade mit den Dresdner Sinfonikern an der Inszenierung "Endless Pleasures – Survival". Auch wenn die Premiere verschoben wurde, sind die Folgen des Corona-Lockdowns für ihn noch aushaltbar– weil er sich in einer bestimmten Art seines künstlerischen Schaffens besonders priviligiert fühlt.

Sendungsbild 50 min
MDR KULTUR trifft... Marc Sinan Bildrechte: Esra Rotthoff

Den Komponisten und Gitarristen Marc Sinan trifft der aktuelle Kultur-Lockdown persönlich-emotional nicht so hart. Er sagte MDR KULTUR: Ihm fehle die Kunst nicht, weil er sie jeden Tag praktiziere. Dies sei ein unglaubliches Privileg, so Marc Sinan: "Ich war gestern im Studio. Ich kann in unserer Halle, in der wir Installationen aufbauen, das Verhältnis von quadrophonen Aufnahmen zueinander alleine gestalten."

Ich bade ja sozusagen in Kultur. Das ist der Kern meiner Arbeit.

Marc Sinan, Komponist

Dafür sei er "irrsinnig dankbar". Marc Sinan hofft auf ein solidarisches Miteinander in der Krise und, dass es mit der Kultur schnell wieder bergauf geht.

Inszenierung über Liebe und Tod verschoben

Denn auch seine Projekte sind natürlich vom aktuellen Lockdown betroffen. So sollte Anfang Dezember die Inszenierung "Endless Pleasures – Survival" ihre Premiere in Berlin feiern, Mitte des Monats dann in den Deutschen Werkstätten Hellerau aufgeführt werden. Für das Projekt arbeitet der Berliner Musiker einmal mehr mit den Dresdner Sinfonikern zusammen. Das Stück verhandelt, den Orpheus-Mythos aufgreifend, die Frage, wie sich verschiedene Kulturen zu der Idee verhalten, dass Liebe stärker sein kann als der Tod. Doch auch diese Produktion musste abgesagt werden. Mark Sinan kündigte bei MDR KULTUR an, dass die Premiere am 21. April 2021 nachgeholt wird.

Auch bei "Endless Pleasures - Survival" spielt die besondere Perspektive und Herangehensweise des deutsch-türkisch-armenischen Komponisten wieder eine Rolle. Marc Sinan überschreibt traditionelle Musik – etwa aus Asien oder Europa – und verbindet sie mit Improvisationen der beteiligten Ensembles. Im Gespräch mit MDR KULTUR beschreibt er sich als "sehr narrationsgetriebenen Menschen".

Mich interessieren Geschichten und Erzählungen, auch die humanistischen und gesellschaftlichen Implikationen. Dabei ist Musik in der Lage, Dinge zu erzählen, für die Sprache nicht ausreicht.

Marc Sinan, Komponist

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR trifft | 28. November 2020 | 11:00 Uhr