Mariss Jansons dirigiert 2018 in St. Petersburg
Der Dirigent Mariss Jansons 2018 Bildrechte: dpa

Trauer Stardirigent Mariss Jansons gestorben

Der lettische Dirigent Mariss Jansons ist tot. Jansons zählt zu den weltweit bedeutendsten Dirigenten klassischer Musik. Er war in den großen Konzertsälen der Welt zu Hause und leitete mehrere Spitzenorchester.

Mariss Jansons dirigiert 2018 in St. Petersburg
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Der Dirigent Mariss Jansons ist tot. Wie eine Sprecherin der Wiener Philharmoniker mitteilte, starb er am Sonntag im Alter von 76 Jahren.

Mariss Jansons dirigiert 2018 in St. Petersburg 11 min
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Gespräch mit BR-Klassik-Chef Bernhard Neuhoff Zum Tod von Mariss Jansons

Zum Tod von Mariss Jansons

Der lettische Dirigent Mariss Jansons ist tot. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks führte er als Chefdirigent zu Weltruhm, BR-Klassik-Chef Bernhard Neuhoff ist im Gespräch über den bedeutenden Musiker.

MDR KULTUR - Das Radio So 01.12.2019 13:15Uhr 10:37 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mariss Jansons dirigiert 2018 in St. Petersburg 11 min
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Gespräch mit BR-Klassik-Chef Bernhard Neuhoff Zum Tod von Mariss Jansons

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Der lettische Dirigent Mariss Jansons ist tot. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks führte er als Chefdirigent zu Weltruhm, BR-Klassik-Chef Bernhard Neuhoff ist im Gespräch über den bedeutenden Musiker.

MDR KULTUR - Das Radio So 01.12.2019 13:15Uhr 10:37 min

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Leitung mehrerer Spitzenorchester

Der 1943 im lettischen Riga geborene Jansons war einer der bedeutendsten Dirigenten weltweit. Von 1979 bis 2000 wirkte er als Chefdirigent der Osloer Philharmoniker und legte dort den Grundstein für seine Weltkarriere. 1997 übernahm er die musikalische Leitung des Pittsburgh Symphony Orchestra. 2003 wechselte er als Chefdirigent zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Nach den Worten von BR-Intendant Ulrich Wilhelm habe Jansons Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks zu dem geformt, was sie heute sind.

Sie zählen zu den besten Klangkörpern der Welt. Seine Präzision am Pult und sein von Menschlichkeit geprägter Umgang mit den Musikerinnen und Musikern machten ihn zu einem Ausnahmekünstler.

Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks

2004 bis 2015 leitete Jansons zudem das Amsterdamer Concertgebouw Orchester und damit zwei renommierte Klangkörper zugleich. Außerdem dirigierte er dreimal das traditionsreiche Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker, deren Ehrenmitglied er war.

Musikalische Wurzeln

Jansons Familie war ebenfalls musikalisch; der Vater war Dirigent, die Mutter eine jüdische Sängerin. Jansons wurde in einem Versteck geboren, in das sich seine Mutter geflüchtet hatte, als ihr Vater und ihr Bruder im Rigaer Ghetto ums Lebens gekommen waren. Als Jansons Vater beruflich nach Leningrad ging, folgte ihm die Familie 1956. Dort studierte Jansons Violine, Klavier und Dirigieren am Konservatorium und ging 1969 nach Österreich, wo er seine Ausbildung bei Hans Swarowsky und Herbert von Karajan fortsetzte.

Oper als Leidenschaft

Seine Interpretationen der Symphonien von Gustav Mahler und Dimitri Schostakowitsch gelten als legendär. Doch immer wieder bekannte der Dirigent, dass ihm Oper eigentlich am meisten liege. Mit "Eugen Onegin" und "Pique Dame" von Peter Tschaikowsky gelangen ihm meisterhafte Deutungen. Vielfach wurde er geehrt, beispielsweise mit dem Opus Klassik für sein Lebenswerk und mit dem "Drei-Sterne-Orden", die höchste Auszeichnung der Republik Lettland.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 01. Dezember 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Dezember 2019, 17:16 Uhr