Alfred Weidinger, neuer Direktor am Leipziger Bildermuseum.
Alfred Weidinger im MDR KULTUR-Studio, kurz nach seinem Amtsantritt im April 2017 Bildrechte: MDR/Alexandra Fröb

Alfred Weidinger, MdbK Leipzig Museumsdirektor will Frauenquote bei Ausstellungsobjekten

Seit dem 1. August 2017 ist Alfred Weidinger Chef des Museums der bildenden Künste (MdbK) in Leipzig. Und er hat große Pläne mit dem Haus. Bei "MDR KULTUR trifft …" war er im Gespräch.

Alfred Weidinger, neuer Direktor am Leipziger Bildermuseum.
Alfred Weidinger im MDR KULTUR-Studio, kurz nach seinem Amtsantritt im April 2017 Bildrechte: MDR/Alexandra Fröb

Seit dem 1. August 2017 ist Alfred Weidinger Direktor des Museums der bildenden Künste (MdbK) in Leipzig. Er trat die Nachfolge von Hans-Werner Schmidt an, der im Frühjahr in den Ruhestand ging und das Museum im Neubau ab 2004 geprägt und gestaltet hat. Darauf will Alfred Weidinger aufbauen, das Haus weiterentwickeln, verändern und neu ausrichten.

Konzept "Connect Leipzig"

"Connect Leipzig" heißt das Konzept für das MdbK. Zunächst soll Max Klinger im Haus neu positioniert werden und 2020 eine Ausstellung "Gesamtkunstwerk" erhalten. Die zweite der sechs Konzeptsäulen widmet sich der Leipziger Malerei und Grafik seit den 60er-Jahren. Er kenne keine andere Stadt mit einer solchen Dichte von Künstlern, betonte Alfred Weidinger schon nach wenigen Tagen seines Wirkens.

2018 soll es eine große Ausstellung mit Werken des jüngst verstorbenen Malers Arno Rink geben. Die bis 16 Meter hohen Ausstellungsräume sollen künftig der Gegenwartskunst vorbehalten sein. Tomás Saraceno, Ai Weiwei, Carsten Höller und Yoko Ono hat der neue Museumsdirektor bereits überzeugt.

Der weibliche Anteil bei der Künstlerauswahl soll zudem fortan 50 Prozent betragen. Weiterhin wird die Fotografie und die Erinnerung der Leipziger Messe- und Ausstellungstradition Eingang finden. "Wenn man das Gebäude versteht," sagt Alfred Weidinger, "dann kann man symbiotisch damit arbeiten, dann gibt einem die Architektur etwas zurück."

Wir haben eine Raumhöhe von bis zu 16 Metern. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Das finden sie in der ganzen Welt kein zweites Mal. Darauf können bestimmte Künstler reagieren.

Alfred Weidinger

Alfred Weidinger im Porträt

Im oberösterreichischen Schwanenstadt wurde Alfred Weidinger 1961 geboren, am Attersee wuchs er auf, lernte das Uhrmacherhandwerk und studierte von 1985 bis 1997 in Salzburg Kunstgeschichte und Klassische Archäologie. An der Universität Wien promovierte Alfred Weidinger  über das Frühwerk von Oskar Kokoschka und war Chefkurator, Prokurist und stellvertretender Geschäftsführer in der Albertina in Wien.

Ab 2007 war er Kurator und Vizedirektor am Wiener Belvedere. Dort wirkte Alfred Weidinger vor allem als Kurator für die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts und Hauptabteilungsleiter des von ihm gegründeten Forschungszentrums. Zudem arbeitet er bis heute selbst als Fotograf. Alfred Weidinger setzte sich unter 29 Mitbewerbern durch und soll als Direktor das 1848 gegründete Museum der bildenden Künste in Leipzig zunächst für sechs Jahre leiten.

Zur Sendung MDR KULTUR trifft ... Alfred Weidinger, Direktor des Museum der bildenden Künste Leipzig
Sendung: Samstag, 21.10.2017 | 11:05-12:00 Uhr
Wiederholung, Sonntag: 22.10.2017 | 16.05-17.00 Uhr
Moderation: Thomas Bille
Redaktion: Angelika Zapf

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2017, 14:26 Uhr

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