Kabarett- und Comedy-Festival Lustiger geht’s nicht: die Meininger Kleinkunsttage

Die Meininger Kleinkunsttage haben sich längst einen hervorragenden Namen gemacht und das Publikum, das kommt mittlerweile von weit her angereist. Was da in der kleinen thüringischen Residenz aufgefahren wird, ist nichts weniger als das Who is Who der deutschen Kabarett- und Comedy-Landschaft. Über zwei Monate dauert das Festival. Kleinkunsttage-Chef Frank Heinecke hat mit MDR KULTUR über seine persönlichen Favoriten und den thüringischen Kleinkunstpreis gesprochen, der diesmal an das Duo Suchtpotenzial verliehen wird.

Zwei Frauen auf Bühne schauen lächelnd in die Kamera.
Das Duo Suchtpotenzial erhält in diesem Jahr den Thüringer Kleinkunstpreis Bildrechte: imago/Sven Simon

MDR KULTUR: Der thüringische Kleinkunstpreis, der bei der Gelegenheit der Meininger Kleinkunsttage auch verliehen wird, der geht diesmal tatsächlich gleich an zwei Frauen. Wer ist es?

Frank Heinecke: Das ist das Duo Suchtpotenzial. Der Preis wird ja nun wirklich sehr, sehr demokratisch vergeben. Und da hat sich in diesem Jahr zu meiner großen Freude Suchtpotenzial durchgesetzt. Und die werden ihren Preis im Rahmen einer Kleinkunst-Gala überreicht bekommen, auf die ich mich auch schon freue. Das wird ein toller Abend. Der Preis ist ja auch in nicht unbedeutender Höhe: 5.555 Euro und, nicht zu vergessen, 55 Cent, zur Verfügung gestellt von der Rhön-Rennsteig-Sparkasse und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

Warum hat sich die Jury so eindeutig Für Suchtpotenzial entschieden?

Ja, es ist ein sehr ungewöhnliches Programm, finde ich. Die beiden sind musikalisch erst einmal großartig, natürlich! Sie können beide singen, spielen Klavier, spielen Gitarre. Aber was sie damit machen dann, dieses sehr freche, fast schnoddrige. Die Texte sind ja teilweise so unter der Gürtellinie, dass man sie Männern im Moment gar nicht auf einer Bühne zutrauen dürfte. Und das finde ich großartig! Dass Frauen da ganz offen mit dem Leben, mit der Sexualität, mit allem, was dazwischenliegt, umgehend und das auf einer Bühne bringen – und das in trotzdem sehr ansprechender Weise einem Publikum darbieten.

Was steht noch auf dem Programm?

Los geht's mit Sebastian Pufpaff, mittlerweile bekannt aus Film und Fernsehen, im großen Haus des Theaters – also hin und wieder nutzen wir natürlich dieses wunderbare Haus auch noch. Gerhard Polt und Pufpaff sind im Großen Haus des Theaters. Fast alles andere findet im Volkshaus statt. Weiter geht's mit Arnulf Rating, einer der bösesten Spötter, die mir im Kabarett bekannt sind, ein Berliner Urgestein.

Han's Klaffl, zum dritten Mal, vollendet seine Trilogie. Ein emeritierter, bayrischer Oberstudienrat, der über Lehrer und Schüler und alles im Umfeld plaudert. Und das so, dass das Publikum – was ja überwiegend dann auch Lehrer sind, oder zu einem großen Teil – dann auch ganz vieles wieder erkennt. Abstand gewinnen vom Schulalltag durch Lachen.

Und dann haben wir ja auch zwei auch junge Leute wieder im Programm, zwei Doppelabende: einer mit Herren, nämlich Friedemann Weise und Nikita Miller – einer mit Damen, Teresa Rizos und Lucy van Kuhl. Die sind dann so über den Festivalzeitraum verstreut, da das Festival ja eben auch immer dazu gedacht ist, dass man Entdeckungen machen kann.

Ein Mann steht auf einer Bühne und spricht zum Publikum.
Han's Klaffl gibt wieder eine Lehrstunde in Humor, bei der man gerne nachsitzen möchte Bildrechte: imago/Future Image

"Ohne Rolf" sind auch dabei: Spitzenmäßiges, wortloses Kabarett aus der Schweiz.

Ich freue mich riesig, dass das geklappt hat. Ich bin auch ein großer Fan. Also ich mag alle, die bei uns auftreten, aber bei "Ohne Rolf" würde ich sagen: ich bin auch selber Fan und wünsche denen ganz viel Publikum. Denn das ist eine so grandiose Show, die sie machen.

Es klingt ja überhaupt nicht spektakulär: Die stehen auf Podesten und drehen Plakate um. Es ist zum Schreien, wenn man sich ein bisschen reingelesen hat. Es ist, wie gesagt, grandios. 13. März, wer noch nichts vorhat: kommt nach Meiningen! Schaut euch das an!

Das Schweizer Duo Ohne Rolf mit Christof Wolfisberg und Jonas Anderhub
Das Schweizer Duo "Ohne Rolf" besteht aus Christof Wolfisberg und Jonas Anderhub – sowie vielen Blättern Text Bildrechte: dpa

Das Interview führte Ilka Hein für MDR KULTUR.

Die Meininger Kleinkunsttage 2020 29. Februar bis 24. April

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 29. Februar 2020 | 07:45 Uhr

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