James Levine, damaliger Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra, steht am Pult.
Dirigent James Levine Bildrechte: dpa

Nach Missbrauchsvorwürfen Metropolitan Opera entlässt Dirigent James Levine

James Levine, damaliger Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra, steht am Pult.
Dirigent James Levine Bildrechte: dpa

Die Metropolitan Opera (Met) in New York hat die Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Musikdirektor und Dirigenten James Levine endgültig beendet. Seit Dezember 2017 hatte das weltberühmte Opernhaus den Dirigenten suspendiert, nachdem erste Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen Levine laut wurden. Diese Vorwürfe haben sich nun bestätigt, teilte die Met am Montagabend mit.

Untersuchung liefert Hinweise

Das Gebäude der Metropolitan Opera in New York von aussen
Das Gebäude der Metropolitan Opera in New York Bildrechte: IMAGO

Eine Untersuchung, in welcher mehr als 70 Menschen befragt wurden, habe "glaubhafte Beweise" geliefert, dass Levine "missbrauchendes und belästigendes Verhalten gezeigt hat", hieß es in der Mitteilung. Die über mehrere Monate andauernde Untersuchung wurde von externen Ermittlern geleitet. Der 74-Jährige soll vor allem junge Künstler, die am Anfang ihrer Karriere standen, belästigt und missbraucht haben. Nicht nur während seiner Zeit an dem berühmten Opernhaus, sondern auch schon vorher. Levine war 40 Jahre Musikdirektor des Orchesters der Met. Ihm soll nun auch der Titel des Musikdirektor Emeritus entzogen werden.

Vorwürfe seit Dezember 2017

Die "New York Times" und die "New York Post" hatten im letzten Jahr über die Anschuldigungen gegen den Stardirigenten berichtet. Er habe einen Jugendlichen ab 1985 jahrelang missbraucht. Drei weitere Männer hatten sich ebenfalls öffentlich als seine Opfer geäußert. Levine stritt alle Vorwürfe ab. Im Dezember sagte er laut einer Mitteilung: "Wie jeder, der mich wirklich kennt, unterschreiben wird, habe ich mein Leben nicht als Unterdrücker oder Angreifer gelebt".

Mit seinem Fall erreichte die Aufdeckung von sexuellen Übergriffen auch die Welt der klassischen Musik. Im Herbst 2017 hatten erste Berichte über den mächtigen US-Filmproduzenten Harvey Weinstein zu dessen Sturz geführt. Seitdem wird in verschiedenen Branchen unter dem Hashtag "MeToo" eine Debatte über sexuelle Gewalt und Sexismus geführt.

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Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio: Kultur kompakt | 13.03.2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. März 2018, 11:21 Uhr

#MeToo-Debatte