Caroline Peters
Caroline Peters ist vor allem durch ihre Rolle in der Serie "Mord mit Aussicht" bekannt. Bildrechte: IMAGO

"Mord mit Aussicht"-Schauspielerin Caroline Peters zu #metoo an Theatern: "Das Zeitalter des chauvinistischen Regisseurs ist vorbei"

Für Caroline Peters ist das Zeitalter des chauvinistischen Regisseurs vorbei. Im MDR KULTUR-Interview begrüßt die Schauspielerin, dass sich in der Theaterszene endlich etwas tue. Allerdings würde sie sich wünschen, das z.B. auch in der #MeToo-Debatte konkreter diskutiert und nicht nur mit dem Finger gezeigt werde.

Caroline Peters
Caroline Peters ist vor allem durch ihre Rolle in der Serie "Mord mit Aussicht" bekannt. Bildrechte: IMAGO

Für Caroline Peters ist das Zeitalter des chauvinistischen Regisseurs vorbei. Die Schauspielerin gehört zum Ensemble des Wiener Burgtheaters und ist vor allem für ihre Fernseh-Rolle in "Mord mit Aussicht" bekannt. "Ich finde, das ist ganz eindeutig vorbei. Und wer das noch nicht gelernt hat, wird es lernen", so Peters. Für sie sei das Bild vom Künstler, der durch Leidensdruck besonders gut wird, antiquiert.

Es kann nicht jeder für sich reklamieren, er könne sich benehmen, wie er will, weil wir im Theater sind. Das ändert sich jetzt.

Caroline Peters

Probleme gibt es nicht nur am Theater

Sie meint, dass das Theater vielleicht eine späte Institution sei, weil es sehr hierarchisch ist und sich dort alles anders entwickle, als es zum Beispiel in einer jugendlichen Start up-Firma geschähe. Und selbst da zweifle sie, dass da alles rund laufe: "Mein Eindruck ist auch, dass jetzt gern mit dem Finger auf die alten Säcke gezeigt wird. Die haben das alle so gemacht, aber wir 25-Jährigen sind ganz anders." Wenn man dann aber mit Mädchen aus der Branche spreche, hat man ihrer Erfahrung nach nicht den Eindruck, dass das so anders laufe.  

Zu wenig Debatte in der #MeToo-Debatte

Das sei auch, was sie an der #MeToo-Debatte störe. Es werde gar nicht debattiert, sondern nur mit dem Finger gezeigt: "Deftige Details müssen mit deftigen Namen aufgepeppt werden und am nächsten Tag ist es vergessen." Die Sensibilisierung für das Thema halte sie allerdings für sehr wichtig. Außerdem gäbe es solche Fälle nicht nur im Showbusiness.

Das gibt es in jedem Krankenhaus, in jeder Uni, in jedem Sender, im kleinen Blumenladen an der Ecke.

Caroline Peters

Dürftige Frauenrollen

Mit Blick auf ihre Theaterrollen hält Peters fest, es gebe nur wenige Regisseure, die das klassische Repertoire und dessen Frauenrollen ansprechend auf die Bühne bringen: "Ich hab echt ein Problem mit dem klassischen Repertoire. Es fällt mir wahnsinnig schwer, weil es mich irrsinnig langweilt." Für sie seien die Frauenrollen im klassischen Repertoire einfach dürftig und Frauen kämen nie zum Zug. "Es sind immer nur die Jungs dran und du musst immer nur zur Seite stehen und hübsch aussehen." Dank des deutschen Regisseurs René Pollesch sei sie dem klassischen Repertoire heute aber aufgeschlossener.

Zur Person Caroline Peters wurde 1971 in Mainz geboren und hat 2007 den Adolf-Grimme-Preis erhalten. 2016 wurde sie als Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet. Im Oktober kommt ihre neue Komödie "Der Vorname" in die Kinos.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. Juni 2018 | 12:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Juni 2018, 04:00 Uhr