Michael Jürgs, 2013
Michael Jürgs (1945-2019) Bildrechte: imago images / Müller-Stauffenberg

Trauer Journalist Michael Jürgs gestorben

Michael Jürgs, 2013
Michael Jürgs (1945-2019) Bildrechte: imago images / Müller-Stauffenberg

Der ehemalige Chefredakteur des "Stern", Michael Jürgs, ist in der Nacht zu Freitag nach langer Krankheit gestorben. Dies bestätigte seine Frau Nikola Jürgs gegenüber der Deutschen Presseagentur. Er wurde 74 Jahre alt. Michael Jürgs galt als einflussreicher Publizist, der Debatten zur gesellschaftlichen Gegenwart und Geschichte Deutschlands mitbestimmte. Er wurde im Juni 2019 mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger für sein Lebenswerk ausgezeichnet:

"Ich kenne und schätze, nein, bewundere Michael seit 56 Jahren. Dass er ein journalistisches Urgestein werden sollte, konnte ich seinerzeit nicht ahnen", sagte der frühere Kulturstaatsminister Michael Naumann in seiner Laudatio.

"Stern"-Chefredakteur und Autor großer Biografien

Geboren 1945 in Ellwangen, begann Michael Jürgs seine journalistische Karriere bei der "Abendzeitung" in München, wo er im Alter von 23 Jahren zum Feuilleton-Chef aufstieg. 1976 wechselte er als Leiter des Unterhaltungsressorts zum Magazin "Stern" und arbeitete dort von 1986 bis 1990 als Chefredakteur.

Später machte Jürgs als Co-Moderator der NDR-"Talk Show", als Chefredakteur des Magazins "Tempo" sowie als Autor zahlreicher Sachbücher von sich reden. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Biografien wie "Der Fall Romy Schneider". Jürgs traf die Schauspielerin 1981 im französischen Quiberon – ein bekanntes Interview, das in "3 Tage in Quiberon" filmisch verarbeitet wurde. Gleichermaßen erfolgreich war Jürgs mit "Günter Grass. Eine deutsche Biografie". Sein Buch über den Verleger Axel Springer ("Der Fall Axel Springer") wurde 2001 zu einem Fernsehfilm mit Heiner Lauterbach ("Der Verleger").

Jürgs lebte mit seiner Frau in Hamburg. Sie haben einen erwachsenen Sohn.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 05. Juli 2019 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Juli 2019, 12:40 Uhr

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