Supermond hinter Bäumen
Der Mond ist ein treuer Begleiter der Erde. Vor 50 Jahren wurde er zum ersten Mal von den US-amerikanischen Astronauten Armstrong und Aldrin betreten. Bildrechte: IMAGO

50 Jahre Mondlandung Der Mond in der Kunst

Vor 50 Jahren, am 21. Juli 1969, betraten zum ersten Mal Menschen den Mond – es war das Ereignis des 20. Jahrhunderts. Die US-amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin eroberten den Erdtrabanten im Rahmen ihrer Apollo 11-Mission. Aber der Mond fasziniert die Menschheit seit jeher und ist ein ständiger Begleiter der Kreativen – ob Schriftsteller, Musiker, Maler oder Filmemacher. Ein Blick auf die markantesten Auftritte des Mondes.

Supermond hinter Bäumen
Der Mond ist ein treuer Begleiter der Erde. Vor 50 Jahren wurde er zum ersten Mal von den US-amerikanischen Astronauten Armstrong und Aldrin betreten. Bildrechte: IMAGO

Der Mond im Film

Frau Luna frivol

Szene aus Die Reise zum Mond - Ein Mondkapsel ist auf der Mondoberfläche gelandet.
Szene aus "Die Reise zum Mond" – Die Kapsel hat die Mondoberfläche erreicht. Bildrechte: imago/United Archives

Einer der bekanntesten Stummfilme ist die französische Verfilmung von Jules Vernes "Die Reise zum Mond" (1902). Ikonisch ist daraus das Mondgesicht mit der Rakete im Auge. Man sollte es nicht glauben, aber französische Filmemacher haben es wenig später sogar geschafft, eine Erotikszene in einen Mond-Stummfilm hineinzuschreiben. Allerdings ist diese etwas verschlüsselt, wie es zur Entstehungszeit des Filmes "Die Sonnenfinsternis bei Vollmond" 1907 noch nötig war. Die Sonne und der Mond (im Französischen sind die Geschlechter umgekehrt: "le soleil" und "la lune") haben bei einer Sonnenfinsternis "intensiven Kontakt". Oh là là!

Auch der deutsche Regiemeister Fritz Lang drehte Ende der 20er-Jahre einen Stummfilm über den Mond: "Frau im Mond". Ziel der dargestellten Mondreise ist, die Bodenschätze des Himmelskörpers zu plündern. Und wirklich, man findet Gold auf dem Mond – ganz unwissenschaftlich mit einer Wünschelrute.

Szene aus Frau im Mond - Ein Mann und eine Frau laufen auf der Mondoberfläche entlang.
"Metropolis"-Regisseur Fritz Lang drehte auch den Film "Frau im Mond", hier eine Filmszene. Bildrechte: imago/Cinema Publishers Collection

Käsemond und Mond-Banditen

Die Kunstfiguren Wallace und Gromit umarmen einander.
Wallace und Gromit Bildrechte: dpa

Der erste Animationsfilm des zum Kult gewordenen Knetepärchens Wallace & Gromit trägt 1989 den Titel "Alles Käse".

Die Handlung: Herrchen und Hündchen machen sich mit einer Rakete auf zum Mond, um dort ihre Käsevorräte aufzufrischen. Denn schließlich weiß ja jeder, dass der Mond aus diesem bekömmlichen Milchprodukt besteht.

Der britische Science-Fiction-Film "Banditen auf dem Mond" (1969) spielt im Jahr 2021 und zeigt den Mond (mehr oder weniger) besiedelt. Doch haben die Menschen ihre irdischen Probleme gleich mitgenommen: Raub, Habgier und tödliche Kämpfe. Scheinbar inspiriert von der Mondlandung im Jahr der Filmveröffentlichung, ist dieser Film doch ziemlicher Trash. Das Lexikon des Internationalen Films urteilt ungnädig: "Naiv-primitives Fantasieprodukt".

Szene aus dem Film ''Moon Zero Two''. Zwei Astronauten finden auf der Mondoberfläche einen am Boden liegenden Astronauten.
"Banditen auf dem Mond" heißt im Original ''Moon Zero Two'' Bildrechte: imago/Prod.DB

Die Mondlandung im Film

Die Mondlandung von 1969 spielt bei "Apollo 11" (USA, 1996) eine eher untergeordnete Rolle, auch wenn die Mission dem Film seinen Titel gab. Darin geht es um die persönlichen Konstellationen der drei Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Mike Collins. Schließlich kann nur einer der erste Mensch auf dem Mond sein und sich damit für immer in die Geschichtsbücher der Menschheit einschreiben. Das erweckt Ehrgeiz.

Apollo 11 Astronauten Neil Armstrong und Edwin E."Buzz" Aldrin
Kein Filmbild: Das sind die echten Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin, die am 21. Juli 1969 zum ersten Mal den Mond betreten und die US-amerikanische Flagge hissen. Bildrechte: IMAGO

In "Apollo 13", mit Tom Hanks und Kevin Bacon in den Hauptrollen, spielt die Mondlandung keine Rolle mehr, denn der Film stellt die abgebrochene gleichnamige Mission nach. Die berühmt gewordenen Worte "Houston, wir haben ein Problem" verweisen auf die Explosion während des Fluges der "Apollo 13" zum Mond – mit tragischen Folgen. Ein spannender Überlebenskampf.

Szene aus dem Film ''Apollo 13''. Die Astronauten schauen zum Fenster hinaus auf den Mond.
"Houston, wir haben ein Problem" - Szene aus dem Film ''Apollo 13'' Bildrechte: imago/Prod.DB

Fiese Überraschungen auf der Rückseite des Mondes

Set des Drehs zum Film Iron Sky
Was im fertigen Film "Iron Sky" eindrucksvoll aussieht, wird zunächst vor Greenscreen gedreht. Die Mondlandschaft wird später mit dem Computer hineinprojiziert. Bildrechte: imago/Prod.DB

Beklemmend wird es in "Iron Sky"( 2012), denn die Nazis haben nach ihrer irdischen Niederlage im Zweiten Weltkrieg die Rückseite des Mondes besiedelt. Der Film spielt mit Klischees und Verschwörungstheorien und nimmt alles gehörig auf die schwarzhumorige Schippe. Ein großer Teil der Finanzierung wurde durch Crowdfunding erbracht, bei dem Fans nicht nur Geld, sondern auch Ideen für die Handlung beisteuern konnten.

Der Mond in der Literatur

"Der Traum" von Johannes Kepler

Johannes Kepler
Johannes Kepler Bildrechte: imago/United Archives International

Schon der Astrologe Johannes Kepler (1571-1630) widmete sich in seinem Roman "Somnium (Deutsch: "Der Traum") dem Mond literarisch. Das hatte schwerwiegende Folgen. Aus der Keplerschen Schilderung einer Mondreise meinte die damalige Justiz, die Mutter des Forschers als Reisende wiederzuerkennen – und klagte diese wegen Hexerei an. Obwohl Kepler ihre Freilassung erwirken konnte, starb seine Mutter ein Jahr darauf, wahrscheinlich an den Folgen der Folter.

Genreprägend: Jules Verne und Daniel Defoe

Daniel Defoe
Daniel Defoe Bildrechte: imago/Leemage

Jules Vernes Romane "Von der Erde zum Mond" (1865) und "Reise um den Mond" (1869) waren zwar auch folgenreich, jedoch weitaus positiver als bei Kepler. Verne zählt zu den Begründern der Science-Fiction-Literatur und diese beiden Werke sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie die literarische Fantasie des Menschen seine Art zu wirklichen Höhenflügen, bis hin zur Apollo-Mission inspirieren kann.

Auch Vernes Kollegen der fantastischen Literatur, Daniel Defoe ("Robinson Crusoe") und H.G. Wells ("Die Zeitmaschine"), setzten dem Mond ein, im wahrsten Sinne des Wortes, vielseitiges Denkmal. Defoe schildert in seinem 1705 erschienenen Mondroman "Der Consolidator" eine Reise zum Erdtrabanten, die jedoch letztlich eher zur satirischen Betrachtung der Zustände auf der Erde dient.

Illustration
Illustration zu Wells' Roman "Die ersten Menschen auf dem Mond" Bildrechte: imago/United Archives International

Wells wiederum beschreibt in seinem knapp 200 Jahre nach Defoe erschienenen Roman "Die ersten Menschen im Mond" eine Erkundung des Himmelskörpers selbst. Dabei entdecken die beiden Protagonisten Absonderliches, so gibt es Mondkühe, die von ameisenhaften Mondmenschen gehütet werden. Dann klingt es bei Wells fast schon nach Hippie-Fantasien: die Mondreisenden essen lunare Pilze und verfallen daraufhin in einen Rausch.

Seit über hundert Jahren begeistert Kinder das Märchen "Peterchens Mondfahrt". Auch hier geht es zum Mond, allerdings nicht aus Entdeckerfreude, sondern um dem armen Maikäfer sein verlorengegangenes sechstes Beinchen zurückzubringen.

Peterchens Mondfahrt
"Peterchens Mondfahrt" auf der Bühne des Hamburger Ohnsorg-Theaters Bildrechte: dpa

Mond-Poesie

Nachtstimmung - Baumsilhouette mit Vollmond
"Süßer Mond, mit deinen Strahlen
Scheuchest du das nächt'ge Grauen;
Es zerrinnen meine Qualen,
Und die Augen übertauen."
(Aus Heinrich Heine: 'Süßer Mond')
Bildrechte: IMAGO

Nicht zuletzt und wohl auch am meisten hat der Mond in der Literatur die Lyriker inspiriert. Die weiße, himmlische Nachtleuchte lässt romantische Gefühle aufwallen. So schreibt Joseph Freiherr von Eichendorff in "Mondnacht" die berühmten Zeilen "Und meine Seele spannte / Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus."

Matthias Claudius hat mit "Abendlied" ebenfalls einen allseits bekannten Vers verfasst, der einen sofort die bekannte Melodie mitsummen lässt: "Der Mond ist aufgegangen, Die goldnen Sternlein prangen / Am Himmel hell und klar". Auch Goethe, Heine und viele andere namhafte Poeten haben sich vom Mond inspirieren lassen.


Der Mond in der Musik

Natürlich hat der Mond auch viele Komponisten und Musiker beeinflusst. Hier eine kleine Liste der bekanntesten Stücke und Songs.

Klassik:

Pop:


Der Mond in der Malerei

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 21. Juli 2019 | 08:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2019, 04:00 Uhr

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