Kulturstaatsministerin zur Einheitswippe Jetzt oder nie: Grütters will Einheitsdenkmal umsetzen

Monika Grütters hat sich für den Bau des Einheits- und Freiheitsdenkmals vor dem Berliner Schloss ausgesprochen. Sie plädiert für eine zügige Umsetzung, um nicht das gesamte Projekt zu gefährden. Nachdem zwanzig Jahre lang um Gestalt und Standort eines Einheitsdenkmals gestritten wurde, liegt ein konkreter Beschluss für den Bau der sogenannten Einheitswippe auf der Berliner Schlossfreiheit vor.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat einen möglichst zügigen Bau des sogenannten Einheitsdenkmals in Berlin gefordert. Eine neue Debatte um den Standort des Einheits- und Freiheitsdenkmals sei ein "Killerargument", warnte die CDU-Politikerin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Wer das Denkmal will, muss es jetzt so bauen wie geplant. Die Beschlusslage nun erneut in Frage zu stellen, macht das Projekt kaputt". Der zuletzt angestrebte Eröffnungstermin zum 30. Jahrestag des Mauerfalls 2019 sei ohnehin nicht mehr zu halten.

Der Bundestag hatte den Bau des Denkmals bereits im Juni 2017 beschlossen. Dabei wurde der Entwurf einer begehbaren Waage mit dem Standort Schlossfreiheit verbunden. Auf diesem Vorplatz des derzeit im Bau befindlichen Berliner Schlosses stand früher das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal. Davon erhalten sind noch denkmalgeschützte Gewölbe und Mosaike. Grütters sagte, sie selbst habe diesen Standort immer für problematisch gehalten - sowohl wegen in seiner historischen Dimension wie auch im Hinblick auf die komplizierte Denkmaltechnik.

Die undatierte Computergrafik zeigt den Entwurf von der Choreographin Sasha Waltz und der Stuttgarter Szenografen Milla & Partner für das in Berlin geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal.
Der Entwurf des Berliner Einheitsdenkmals. Bildrechte: dpa

Schlossfreiheit oder Reichstag?

Der Verein Berliner Historische Mitte hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, die sogenannte Einheitswippe nicht vor dem Berliner Schloss, sondern vor dem Reichstag zu errichten. Um das Denkmal zur Erinnerung an die Deutsche Einheit wird seit zwanzig Jahren in einem beispiellosen Hin und Her gerungen.

Die Berliner Bürgerinitiative startete am Donnerstag eine Aktion: 77 Tage lang demonstrieren immer mindestens sieben Menschen abends um sieben auf der Reichstagswiese. Sie setzen sich für einen Bau des Denkmals vor dem Reichstag ein.

Fortsetzung nach der Sommerpause

Von Seiten der Parlamentarier gab es viel Verständnis für die Bürgerinitiative. Grütters möchte jedoch, dass der Bundestag zu seinem Wort steht und das Projekt endgültig auf die Tagesordnung setzt. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte sich auf Drängen der SPD vor der Sommerpause nicht mehr mit dem Thema beschäftigt. Die notwendigen Gelder wurden entsprechend nicht mehr freigegeben.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 20. Juli 2018 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2018, 11:35 Uhr