Das beleuchtete Schloss Moritzburg, Jagdschloss von August dem Starken
Schloss Moritzburg, das einstige Jagdschloss von August dem Starken ist Namensgeber des Musikfestivals Bildrechte: dpa

4. bis 18. August 2019 Moritzburg Festival macht Flugzeughangar zur Konzerthalle

Das 27. Moritzburg Festival setzt traditionell auf einen engen Kontakt mit dem Publikum. Die Stars sollen nahbar sein. Und auch die Zuhörer sind gefordert, beispielsweise durch Übernahme von Künstlerpatenschaften. Auch besondere Konzertorte gehören zum Konzept, beispielsweise beim Picknick im Park oder im Flugzeughangar.

von Mandy Weiß, MDR KULTUR-Musikredakteurin

Das beleuchtete Schloss Moritzburg, Jagdschloss von August dem Starken
Schloss Moritzburg, das einstige Jagdschloss von August dem Starken ist Namensgeber des Musikfestivals Bildrechte: dpa

Das 27. Moritzburg Festival lädt vom 4. bis 18. August Musikliebhaber in die Elbmetropole Dresden. Zu den Höhepunkten des diesjährigen Festivals gehört das beliebte Konzert im Proschwitzer Park, bei dem man nur zwei Dinge mitbringen muss: Picknickkorb und Pickknickdecke. Auch die Orchesterwerkstatt im Flugzeughangar ist außergewöhnlich. Dort moderiert der künstlerische Leiter des Festivals, Jan Vogler, und erklärt, wie ein Orchester funktioniert. Auch an öffentlichen Proben kann man teilnehmen und so die Erarbeitung eines Musikstückes direkt erleben.

Singapur-Delegation besucht die Elbe-Flugzeugwerke
Die Elbe-Flugzeugwerke werden zum musikalischen Veranstaltungsort Bildrechte: MDR/Daniel Johé

Fast schon legendär ist die "Lange Nacht der Kammermusik". Sie findet am 15. August in der Kirche Moritzburg statt und hat in diesem Jahr einen femininen Schwerpunkt, angeregt durch den 200. Geburtstag von Clara Schumann. Unter dem Motto "Frauenpower" gibt es Kammermusikkompositionen von Frauen aus vier Jahrhunderten zu hören.

Weiterhin gibt es Porträtkonzerte, Lesekonzerte, Meisterkonzerte, Konzerte in der Kirche Moritzburg. Und das Schlosskonzert am 11. August mit Samuel Barbers berühmtem Adagio für Streicher, Robert Schumanns Klaviertrio g Moll op. 17 und Rimski Korsakows Streichsextett A- Dur, es musizieren unter anderem Mira Wang, Nathan Melzer und Jan Vogler.

Jetzt auch Public Viewing

Das Moritzburg Festival kommt in diesem Jahr aber auch mit einigen Neuerungen, unter anderem beim Eröffnungskonzert am 4. August. Traditionell findet dieses Konzert auf Schloss Moritzburg statt. Karten sind nicht mehr erhältlich, doch gibt es in diesem Jahr eine parallele Übertragung als Public Viewing. Wer also keine Karte zur offiziellen Eröffnung hat, kann in märchenhaftem Ambiente ganz gemütlich auf der Nordterrasse des Schlosses Moritzburg dabei sein und kostenfrei die Musik genießen. Als Künstlerin dabei ist unter anderem die Saxophonistin Asya Fateyeva, eine der ehemaligen Moritzburg-Akademistinnen.

Josep Caballé-Domenech, 2016
Josep Caballé-Domenech ist in diesem Jahr Chefdirigent der Moritzburg Festival Akademie Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

Neu ist in diesem Jahr ist auch die Funktion des Chefdirigenten der Moritzburg Festival Akademie. Festivalchef Jan Vogler berief im Frühjahr Josep Caballé-Domenech für diese Aufgabe. Domenech ist ja schon seit einigen Jahren der Dirigiervater der Akademisten, in diesem Jahr gibt es für ihn diesen Ritterschlag.

Die Orchesterakademie ist ein einladendes Musiksommercamp für junge Musiker. Anmeldungen gab es in diesem Jahr aus 56 Nationen, geschafft haben es letztendlich 37 junge Leute aus 16 Ländern. Caballé-Domenech hat mit diesem herausragenden Musikernachwuchs Werke von Mozart, Vivaldi, Piazolla und Beethovens einstudiert und präsentiert das Orchester am 10. August im Dresdner Kulturpalast. Ein Ereignis, auf das sich natürlich nicht nur das Publikum freuen darf, sondern vor allem die vielen jungen Akademie-Musiker, von denen wohl keiner bei der Bewerbung geahnt hätte, noch in diesem Jahr ein Konzert im Dresdner Kulturpalast zu spielen.

Pateneltern unterstützen finanziell

Das Moritzburg Festival setzt auf Nähe zum Publikum. Das zeigt sich nicht nur in dem neuen Public-Viewing-Angebot, traditionell gibt es keinerlei Berührungsängste, keine unnahbaren Künstler auf hohen Sockeln. Auch das Publikum ist dabei, zum Beispiel mit Patenschaften. Die "Pateneltern" unterstützen Ihren Schützling dabei finanziell mit immerhin 1.000 EUR und begleiten Ihr Patenkind dann auch durchs Festival. Manche Paten haben durchaus mehrere "Kinder". Ein Akademisten-Platz kostet etwa 3.500 EUR, so dass die jungen Musiker gar nichts für Unterkünfte, Kost und Logie zahlen müssen. Das ist eines der Herzstücke von Jan Vogler:

Porträt von Jan Vogler
Jan Vogler Bildrechte: Jim Rakete

Wir gehen wirklich ganz nach Leistung, finanzielle Aspekte spielen keine Rolle, ob man aus Litauen, aus Korea, aus Amerika, aus Finnland oder Serbien kommt, man bekommt die gleiche Förderung – und das ist mir sehr wichtig.

Jan Vogler, Chef des Moritzburg Festivals

27. Moritzburg Festival 4. bis 18. August 2019

Ausgewählte Programmpunkte:

Eröffnungskonzert
4. August, 20:00 Uhr, Schloss Moritzburg
mit Public Viewing

Orchesterwerkstatt im Flugzeughangar
8. August, 19:00 Uhr, Elbe-Flugzeugwerken Dresden

Proschwitzer Musik-Picknick
11. August, 11:00 Uhr, Schlosspark Proschwitz

Schlosskonzert
11. August, 20:00 Uhr, Schloss Moritzburg
Live-Radioübertragung bei MDR KULTUR

Lange Nacht der Kammermusik
15. August, 19:00 Uhr, Kirche Moritzburg
Mit Verleihung des Akademiepreises 2019

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 04. August 2019 | 14:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. August 2019, 16:09 Uhr

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