Neues Album Warum Anna Maria Zinke in Halle ihre Sehnsucht nach der Ostsee besingt

Die Musikerin Anna Maria Zinke wohnt in Halle an der Saale, sehnt sich aber immer wieder auch nach ihrem früheren Wohnort an der Ostsee zurück. Erfahrungen wie diese verarbeitet sie in ihren Songs, so auch das Erlebnis, wie ein winziger Stein sie einmal an ihrer Musik hinderte – und dafür einen Ehrenplatz auf dem Cover ihres aktuellen Albums "Weiter" erhalten hat. In der MDR KULTUR-Studiosession spielt sie einige ihrer Songs und erzählt die Geschichten dazu.

Anna Maria Zinke - eine junge Frau mit kurzen dunklen Haaren sitzt entspannt in einem Sessel und schaut hoch zur Kamera. 26 min
Bildrechte: Gaby Bruckschen

Die Musikerin Anna Maria Zinke wurde in Wippra im Harz geboren, hatte Lebensabschnitte in der erdrückenden Riesenstadt Berlin sowie an der weiten Ostsee und lebt nun in ihrer Wahlheimat Halle (Saale). Eine besondere Beziehung zum Meer hat sie behalten, es ist für sie ein Sehnsuchtsort geblieben, immer wieder zieht es sie dorthin. Auch in ihrer Musik ist diese Sehnsucht spürbar, so in dem Song "See", der auf ihrem aktuellen Album "Weiter" zu hören ist.

Ich will an die See,
wo das Meer vor meinen Augen endlos weit sich dehnt.
Ich will an die See,
wo die Welt in meinem Kopf aufhört sich zu dreh'n.

Anna Maria Zinke in ihrem Song "See"
Das Stadtzentrum in Halle/Saale mit der Marktkirche und dem Händeldenkmal
In Halle hat Zinke ihre Wahlheimat gefunden. Bildrechte: dpa

Auf Zinkes mittlerweile zweiten Album "Weiter" finden sich auch der Song "Bahnhof", den sie bereits vor 20 Jahren geschrieben hat. Damals war sie als Au-pair in Irland, eine Zeit, die sie laut eigenem Bekunden sehr geprägt hat. Vor allem die Pubs und die "Art und Weise, wie Musik da gespielt und praktiziert wird – auch welche soziale Funktion sie hat", hat sie nachhaltig beeindruckt und etwas davon ist auch in ihrer Musik hängen geblieben.

Stein erst im Getriebe, dann auf dem Cover

Zinke bekennt sich dazu, gerne Auto zu fahren, denn dann hat sie die Kontrolle, weiß, wann sie losfährt und wann sie ankommt – "wenn nicht gerade etwas dazwischen kommt". Dazu eine persönliche Geschichte von Zinke:

Auf dem Cover des Albums "Weiter" ist ein Stein abgebildet. Als sie mit ihrem alten Auto einmal zur Bandprobe fahren wollte, war plötzlich die Gangschaltung blockiert. Nichts ging mehr. Zinke befürchtet einen schwerwiegenden Fehler, der nur kostenintensiv in einer Werkstatt wieder gerichtet werden kann. Sie ruft den Pannendienst und der rüttelte erst hier, schaute dann dort und lässt dann ein schicksalsschwangeres und wenig vertrauenerweckendes "Aha" ertönen. Nun holt er einen überdimensionalen Schraubenzieher, stochert damit im Auto herum und befördert daraus einen winzigen Stein ans Tageslicht. Dieser kleine Widerborst ziert nun das Albumcover von "Weiter".

Begleitband im stetigen Wandel

Zinkes Begleitband trägt den Namen "Band im Wandel", eine Weiterentwicklung, anfangs hieß sie "Band im Aufbau". Er steht laut Zinke dafür, dass "alles im Wandel und in Veränderung ist – und auch sein darf". Es sind verschiedene Musiker in der Band, manche sind länger dabei, andere erst seit kurzem. Dass sich diese Konstellation immer wieder ändert, diesen Wandel findet Zinke "sehr schön und auch bereichernd für die Musik".

Anna Maria Zinke - eine junge Frau mit kurzen dunklen Haaren sitzt entspannt in einem Sessel und schaut hoch zur Kamera. 26 min
Bildrechte: Gaby Bruckschen

MDR KULTUR - Das Radio Sa 10.04.2021 16:00Uhr 25:49 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Anna Maria Zinke - eine junge Frau mit kurzen dunklen Haaren sitzt entspannt in einem Sessel und schaut hoch zur Kamera. 26 min
Bildrechte: Gaby Bruckschen

MDR KULTUR - Das Radio Sa 10.04.2021 16:00Uhr 25:49 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mehr Studiosessions genießen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. April 2021 | 16:05 Uhr

Abonnieren

Kultur

Katrin Schumacher mit Audio
MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei