Riot Grrrl-Band Warum Baby of the Bunch lieber in Leipzig als in Berlin proben

Sie wollen nicht nach Berlin, obwohl ein guter Teil der Band dort wohnt. Baby of the Bunch schreiben in ihrem kleinen Leipziger Proberaum Songs, die vom ersten Hören an begeistern. Brontë, Luise, Finja und Valentina ist Feminismus wichtig – und wirkliche Unabhängigkeit.

Baby of the Bunch 27 min
Bildrechte: Baby of the Bunch

Baby of the Bunch verstehen sich als feministische Band und stellen sich ganz bewusst in der Tradition der Riot Grrrls, einer Bewegung, die Ende der 90er-, Anfang der 2000er-Jahre populär war. Das resultiert aus ihren Erfahrungen, sagt Sängerin und Gitarristin Brontë. Sie seien schon oft mit anfeindenden Kommentaren konfrontiert worden und hätten sich für viele Sachen rechtfertigen müssen.

Wir finden allgemein, dass man als Künstler nicht unpolitisch sein kann.

Brontë von Baby of the Bunch

Auch bei ihren musikalischen Aktivitäten, bei Auftritten beispielsweise bemerkten die jungen Frauen, dass sie "als Band wirklich rausfallen und anders behandelt werden", führt Brontë fort, sie hätten immer das Gefühl gehabt, schon durch ihr Geschlecht rebellisch zu sein und immer klare Ansagen machen zu müssen, "was sie wollen und was sie sind und wie sie sich fühlen, damit sie ernst genommen werden." Auch wurden sie z.B. bei ihren Videos auf eine zu starke Betonung ihrer Körper, ihrer Outfits und bestimmter Körperteile hingewiesen – was der Band jedoch, laut Brontë, beim Erstellen der Videos überhaupt nicht bewusst war.

In Leipzig Anker geworfen

Der musikalische Hafenort der Band ist Leipzig, die Musikerinnen wohnen in unterschiedlichen Städten: Luise und Brontë in Berlin, Finja in Dresden, nur Valentina wohnt in Leipzig. Der Grund ist der kostengünstige Proberaum in der sächsischen Stadt, in Berlin wäre so etwas für die Künstlerinnen unbezahlbar. Und so fahren sie möglichst jedes Wochenende nach Leipzig, um dort auf acht Quadratmetern an ihren Songs zu feilen oder Videoideen aufzunehmen.

Baby Of The Bunch, Studiosession, Jan Kubon
Finja Sander von der Band Baby Of The Bunch war mit Jan Kubon von MDR KULTUR im Videogespräch Bildrechte: MDR/Jan Kubon

Zwischen Pop und Punk

Wichtig ist ihnen ihre Unabhängigkeit, hinter Baby of the Bunch steht keine große Plattenfirma oder Castingtruppe. Wenn die Künstlerinnen Geld übrig haben, stecken sie es in die Produktion von Musik oder Videos, alles selbstbestimmt und nach ihrem eigenen Geschmack. DIY – "Do it yourself/Mach es selbst" ist ihr Motto. Ein Independentband im eigentlichen Sinne. Ihre Songs sind irgendwo zwischen Pop und Punk verortet, so wie auch die vielfältigen musikalischen Geschmäcker und Hintergründe ihrer Macherinnen, die sich in den Liedern widerspiegeln.

Gleichberechtigung

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 05. Juni 2021 | 16:05 Uhr

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MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei