Trauer Dresdner Musiker und Stahlquartett-Gründer Jan Heinke gestorben

Musiker Jan Heinke
Der Dresdner Instrumentenbauer, Musiker, Komponist und Sänger ist nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Bildrechte: IMAGO / Sylvio Dittrich

Der 1968 in Dresden geborene Instrumentenbauer, Musiker, Komponist und Sänger Jan Heinke ist am Mittwoch nach einer Krebserkrankung gestorben. Das gab das von ihm mitbegründete Stahlquartett auf ihrer Internetseite bekannt. Zuvor berichtete die Sächsische Zeitung. Bekanntheit erlangte Heinke vor allem für seine Klangskulpturen und Musikinstrumente, die er aus Stahl baute und Stahl-Celli nannte.

Angesehener Musiker aus Dresden

Jan Heinke erhielt 2008 den Förderpreis der Landeshauptstadt Dresden, weil er laut Jury durch seine "facettenreiche und innovative Arbeit dem Dresdner Musikleben maßgebliche Impulse verleiht" habe. Heinke lebte als freischaffende Musiker in Dresden und komponierte u.a. für die Landesbühnen Sachsen und die Dresdner Musikfestspiele. Er spielte europaweit in Produktionen für Theater, Festivals und Oper und war als Gastsolist an der Neuen Elblandphilharmonie Sachsen tätig. Seit über 30 Jahren beschäftigte sich Heinke außerdem leidenschaftlich mit dem westlichen Obertongesang. Erste eigene Erfahrungen mit dem Singen sammelte er im Kinderchor der Staatsoper Dresden.

Musiker Jan Heinke 2015 in der Yenidze
Musiker Jan Heinke mit dem von ihm konzipierten Stahl-Cello, das in einer historischen Kunstschmiede im Erzgebirge gebaut wurde. Bildrechte: IMAGO / Sylvio Dittrich

Gründer des Dresdner Stahlquartetts und Erfinder des Stahl-Cellos

Jan Heinke betreute bis zu seinem Tod eine kleine Sammlung verschiedenster Blasinstrumente aus aller Welt. Seine Begeisterung für Ethnoinstrumente entdeckte er, als er Mitte der Neunziger Jazzsaxofon an der Dresdner Musikhochschule studierte. Heinkes erste eigene Klangobjekte entstanden um 1990, u.a. für das Deutsche Hygienemuseum in Dresden.

1999 gründete Heinke das Ensemble "Steelharmoonie", woraus 2001 das Stahlquartett entstand. Das Quartett spielt Musik mit einem von Heinke entwickelten, Stahl-Cello genannten, Streichinstrument. Dabei handelt es sich um ein eigens gefertigtes Streichinstrument aus Eisen, das mit einem Bogen zum Klingen gebracht wird. Das Ensemble vereinte seit seiner Gründung in unterschiedlichen Besetzungen Jazzmusiker sowie klassische Instrumentalisten und feierte mit Jan Heinke international Erfolge.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 21. April 2022 | 12:30 Uhr

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