Kyiv Symphony Orchestra Ukrainisches Orchester gibt Dankes-Konzert in Gera

Am 24. August, dem Unabhängigkeitstag der Ukraine, herrscht seit genau einem halben Jahr Krieg im Land. Das Kyiv Symphony Orchestra hat nach dem russischen Angriff Unterschlupf in Gera gefunden. Am Unabhängigkeitstag will das Ensemble mit einem Konzert Danke sagen und gleichzeitig als Kulturbotschafter die Vielfalt der ukrainischen Musik der Ukraine präsentieren.

Kyiv Symphony Orchestra
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Ein Orchester als Botschafter der Ukraine, die Instrumente seiner Mitglieder als Waffen – das will das "Kyiv Symphony Orchestra" sein. Damit wollen die Musikerinnen und Musiker dem Argument gerecht werden, mit dem ihnen nach dem russischen Angriff vor genau einem halben Jahr die Ausreise aus der Ukraine erlaubt worden war.

Die vielfältige Musikkultur der Ukraine

Violinistin Elisabeth Zaitseva ist überzeugt, dass Kultur viel erreichen kann. Ihr Land habe eine sehr schöne, interessante und vielfältige Musikkultur, die man zeigen wolle. Die Musikerin sagte MDR KULTUR, Kultur sei das, was eine Nation von einer andern unterscheidet.

Elisaweta Saitsewa, Geigerin beim Kyiv Symphony Orchestra
Elisabeth Zaitseva, Geigerin beim Kyiv Symphony Orchestra Bildrechte: Jakub Bak

Kultur, die Sprache, Musik und alles, was zur Kultur gehört – das ist genau das, wofür wir kämpfen. Russland behauptet, dass es die Ukraine als eigenständiges Land, mit eigenständiger Kultur nicht gibt. Mit unserer Musik beweisen wir das Gegenteil.

Elisabeth Zaitseva Violinistin

Dankes-Konzert in Gera

Diese Musikkultur zeigt das Orchester zum Beispiel am Mittwochabend, 19 Uhr, auf der Sparkassenbühne im Hofwiesenpark in Gera. Anlässlich des ukrainischen Nationalfeiertags will sich das Ensemble damit vor allem für die deutsche Gastfreundschaft bedanken.

Präsentiert werden Stücke ukrainische Komponisten, darunter Werke von Levko Revutsky (1889–1977), Mykola Lyssenko (1842–1912) und dem vor zwei Jahren verstorbenen Myroslav Skoryk (1938–2020).  Aber auch Beethovens "Zwölf deutsche Tänze für Orchester" und "Ode an die Freude" werden erklingen, wie die junge Violinistin erklärt. "Ukrainer sind ein sehr mutiges und humorvolles Volk. Das hilft uns auch, diesen Krieg zu überstehen." Beethovens "Ode an die Freude" sei ein lebensbestimmendes und positives Werk. "Das spielen wir trotz alldem, was drumherum passiert."

Deutschland-Tour im Februar 2023

Nach dem Verlassen der Ukraine hatte das Ensemble in Gera Unterschlupf gefunden. Dafür sei man Land und Stadt sehr dankbar, sagt Zaitseva. Geplant seien mehrere Konzerte in der Stadt. Zudem stünden Konzerte in Frankreich auf dem Programm. Im Februar 2023 soll es dann eine Konzert-Tournee durch Deutschland geben.

Mehr Informationen zum Konzert Wo? Sparkassenbühne im Hofwiesenpark, Gera

Wann? 24. August 2022, 19 Uhr

Der Eintritt ist frei.

(Quelle: Interview mit Elisabeth Zaitseva; redaktionelle Bearbeitung: Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 24. August 2022 | 07:10 Uhr