Auszeichnung Heinrich-Schütz-Preis für in Zwickau geborenen Musikwissenschaftler Werner Breig

Werner Breig
Werner Breig, im Osten geboren und im Westen lebend, setzte er sich für das Werk von Heinrich Schütz ein. Bildrechte: dpa

Der in Zwickau geborene Musikwissenschaftler Werner Breig erhält in diesem Jahr den Internationalen Heinrich-Schütz-Preis. Die Preisübergabe findet am Sonntagabend beim Abschlusskonzert des Heinrich-Schütz-Musikfestes im Geraer Theater statt, so die Veranstalter.

Gesamtdeutsche Arbeit für Schütz

Historische Zeichnung aus dem 19. Jahrhundert, Portrait von Heinrich oder Henrich Schütz oder Henricus Sagittarius, 1585 - 1672
Henrich Schütz Bildrechte: imago/imagebroker

Der 89-jährige Breig war bis 1996 Herausgeber des Schütz-Jahrbuchs und edierte zudem mehrere Bände der Neuen Schütz-Ausgabe. Die Intendantin des Heinrich Schütz Musikfestes, Christina Siegfried, begründete die Entscheidung: Breig setze mit seinen akribisch edierten Notenausgaben wissenschaftliche Maßstäbe und schaffe so auch die Voraussetzungen für eine aktive Pflege des musikalischen Erbes im Konzertleben.

Breig wurde 1932 in Zwickau geboren, studierte ab 1950 in Berlin, Erlangen-Nürnberg und Hamburg unter anderem evangelische Kirchenmusik, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Bibliothekswissenschaft. Später bekleidete er Professuren für Musikwissenschaft in Karlsruhe und Wuppertal sowie bis zu seiner Emeritierung 1997 in Bochum.

Köstritzer Komponist Heinrich Schütz

Der Internationale Heinrich-Schütz-Preis wird seit 2018 verliehen und ist undotiert. Mit der Auszeichnung sollen Persönlichkeiten geehrt werden, die sich mit dem Werk des Komponisten Heinrich Schütz (1585-1672), dessen Erforschung, Vermittlung und Verbreitung befassen. Die Ehrenauszeichnung erhielten bislang Françoise Lasserre (2020), Sir Roger Norrington (2019) und Hans-Christoph Rademann (2018).

Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz
Das Heinrich-Schütz-Haus in Bad Köstritz Bildrechte: imago/Hanke

Vater der deutschen Musik

Der Komponist Heinrich Schütz wurde 1585 in Köstritz geboren und starb 1672 in Dresden. Er zählt zu den prägenden deutschen Komponisten des Frühbarocks und wird auch als Vater der deutschen Musik bezeichnet. Zu seinen Wirkungsstätten zählen Kopenhagen, wo er dänischer Oberkapellmeister war, in Dresden hatte er bis an sein Lebensende das Amt als Kapellmeister am sächsischen Hof inne, außerdem wirkte er u.a. an Fürstenhöfen in Hannover, Gera, Wolfenbüttel, Zeitz und Weimar.

Mehr aus der Klassik-Landschaft

Kultur

„Bach Portrait“: Johann Sebastian Bach, Kopie eines unbekannten Künstlers nach Elias Gottlob Haußmann, vermutlich Mitte 19. Jh.
Johann Adolf Scheibe kritisierte einst niemand geringeren als Johann Sebastian Bach – was gefiel ihm an der Musik seines berühmten Kollegen nicht? Bildrechte: Bach-Archiv Leipzig

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 18. Oktober 2021 | 07:30 Uhr