Neues Kapitel in der Bach-Forschung Neueste Technik und über 25 Jahre: Leipziger "Forschungsportal BACH" bewilligt

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern hat das „Forschungsportal BACH" der Sächsischen Akademie der Wissenschaften mit Sitz am Leipziger Bach-Archiv bewilligt. Damit kann das bislang größte Projekt zur Erforschung der Musikerfamilie Bach im Januar 2023 starten. Über einen Zeitraum von 25 Jahren soll es erstmals sämtliche verfügbare Quellen zu allen Mitgliedern der Familie Bach digital erschließen und öffentlich zugänglich machen.

 Blick auf den Eingang zum Bach-Archiv in Leipzig.
Am Leipziger Bach-Archiv startet ein einzigartiges Forschungsprojekt. Bildrechte: dpa

Das "Forschungsportal BACH" kommt. Das hat die Sächsische Akademie der Wissenschaften mit Sitz am Leipziger Bach-Archiv am Dienstag bekanntgegeben. Demnach wurde das bislang größte Projekt zur Erforschung einer der einflussreichsten Familiendynastien der Musikgeschichte von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern bewilligt. Es soll in den kommenden 25 Jahren sämtliche Dokumente, die im Zusammenhang mit der Musikerfamilie Bach in Bibliotheken, Archiven oder Privatbesitz überliefert sind, digital zusammentragen, erschließen und öffentlich zugänglich machen.

Einmalig in der Geschichte der Bach-Forschung

Dabei kommen laut der Akademie neueste Methoden der digitalen Geisteswissenschaften zum Einsatz – insbesondere auf dem Gebiet der automatischen Texterkennung alter Handschriften. Neue Erkenntnisse zu Wasserzeichen, Papiersorten und auch zur Schreiberhanderkennung könnten dazu beitragen, dass überlieferte Bach-Werke eindeutig zugeordnet werden können. Damit biete das "Forschungsportal BACH" der Wissenschaft und allen Interessierten eine einzigartige Quellensammlung zur Kultur- und Sozialgeschichte der verschiedenen Jahrhunderte.

Neue Perspektiven in der Bach-Forschung

Geleitet wird das Forschungsprojekt vom Direktor des Bach-Archivs, Prof. Dr. Peter Wollny. Er begrüßte die Entscheidung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz zugunsten der Sächsischen Akademie der Wissenschaften und des Leipziger Bach-Archivs gegenüber MDR KULTUR.

Wir hoffen, der musikwissenschaftlichen Forschung hiermit neue Impulse zu geben. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit unserer Institutionen.

Prof. Dr. Peter Wollny, Direktor Bach-Archiv Leipzig

Wollny hofft, auch interdisziplinär neue Maßstäbe setzen zu können. Mit einem so groß angelegten Projekt wie dem "Forschungsportal BACH" könne man verschiedenste Fragestellung verknüpfen – etwa die nach der Veränderung des Berufsbildes von Musikerinnen und Musikern vom frühen 17. bis ins 19. Jahrhundert.

Das "Forschungsportal BACH" soll Anfang 2023 starten und 25 Jahre laufen. Es ist Teil des Akademienprogramms, das als derzeit größtes geistes- und kulturwissenschaftliches Langfrist-Forschungsprogramm der Bundesrepublik Deutschland gilt. Es wird von Bund und Ländern getragen und von der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften koordiniert.

(Redaktionelle Bearbeitung: Pressemitteilung des Bach-Archivs Leipzig und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften / Tina Murzik-Kaufmann)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR | 08. November 2022 | 15:30 Uhr

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