Landesarbeitsgericht Chemnitz Klage von Musikern der Staatskapelle Dresden gescheitert

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht im Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg vor Aktenbergen. 5 min
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Eine Klage auf ihr Recht auf Arbeit, die fünf Musiker der Staatskapelle Dresden eingereicht hatten, ist gescheitert. Das Sächsische Landesarbeitsgericht in Chemnitz hat die Berufung der Künstler zu einer Entscheidung des Dresdner Arbeitsgerichts am Mittwoch abgewiesen. Die Musiker hätten einen Anspruch, proben zu dürfen, derzeit gäbe es jedoch keinen Anspruch auf öffentliche Auftritte, so der Sprecher des Landesarbeitsgerichts, Andreas Spilger.

Der Rechtsanwalt der fünf Kläger teilte Musikkritiker Michael Ernst von MDR KULTUR mit, dass die Klage aufgrund von "Zulässigkeitsfragen" abgewiesen worden sei.

Probearbeit wurde ermöglicht

Gerichtssprecher Spilger führte an, dass es bei der Klage zunächst auch um die Probenarbeit gegangen sei, jedoch sei die Semperoper den Musikern hier entgegen gekommen und gewähre ihnen die Möglichkeit des Probens. Dem Gericht sei es wichtig, dass die internationalen Spitzenmusiker durch Probenarbeit ihre Spielfähigkeit erhalten könnten.

Die Kläger haben, um es ganz klar zu sagen, verloren heute, weil ihnen von der Gegenseite Proben jetzt ausdrücklich erlaubt worden sind. Die Gegenseite ist der Arbeitgeber, also die Sächsische Staatsoper.

Michael Ernst, MDR KULTUR

Laut Musikkritiker Michael Ernst probt die Staatskapelle Dresden mittlerweile auch wieder, derzeit zum Beispiel an Mozarts "Zauberflöte", die als Stream produziert werden soll.

Schriftliche Urteilsbegründung erst später

Die Staatskapelle Dresden während eines Konzertes in der Dresdner Semperoper
Die Staatskapelle Dresden bei einem Konzert in der Dresdner Semperoper Bildrechte: dpa

Ihr Recht auf Arbeit hatten die Musiker zunächst am Arbeitsgericht in Dresden per einstweiliger Verfügung einklagen wollen, was jedoch von dem Gericht zurückgewiesen wurde. In Folge waren die Musizierenden in Berufung gegangen. Der Ausgangspunkt der Klage liegt Monate zurück, als man noch nicht absehen konnte, wie sich die Corona-Lage entwickeln würde, man aber hoffte, dass die globale Krise bald überwunden sein würde. Das Chemnitzer Urteil ist endgültig. Das schriftliche Urteil sei laut Informationen von Michael Ernst jedoch erst in einigen Wochen zu erwarten.

Die Staatskapelle hat einen Ruf zu verteidigen und um genau diese Qualitätssicherung ging es den Klägern auch.

Michael Ernst, MDR KULTUR

Kunst und Kultur aus Dresden

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 09. Februar 2021 | 06:30 Uhr

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