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Pianist Stephan König und Jazzsängerin Uschi Brüning Bildrechte: MDR/Anne Sailer

Festival

Jazz-Gottesdienst mit Uschi Brüning eröffnet "Women in Jazz" in Halle

Stand: 03. Mai 2021, 14:13 Uhr

Da Gottesdienste auch in aktuellen Coronazeiten erlaubt sind, fand das Eröffnungskonzert des Jazz-Festivals "Women in Jazz" live in einer Kirche statt. Uschi Brüning hat das musikhungrige Publikum verzaubert, begleitet wurde sie von Jazzpianist Stephan König. Sowohl beim Publikum als auch bei den Musizierenden war eine besondere Stimmung nach einem Jahr Konzertabstinenz zu spüren.

Für die Eröffnung des internationalen Jazz-Festivals "Women in Jazz" in Halle hat die renommierte Jazzmusikerin Uschi Brüning am Sonntag einen musikalischen Gottesdienst in der Pauluskirche gestaltet. Mit im Gepäck hatte sie den Pianisten Stephan König und Teile ihres beliebten Programms "Herzenslieder". Für ungewöhnliche Gottesdienste ist die Paulusgemeinde schon seit Jahrzehnten bekannt. Auch der Auftakt des Jazz-Festivals erfolgt schon seit Jahren hier, im Herzen der Saalestadt.

Grönemeyer-Song und Karussell-Lyrik

Mit Masken und dem angemessenen Abstand lauschten die Besucherinnen und Besucher dem Gottesdienst und der Musik. Brüning und König hatten Klassiker wie "Der Weg" von Herbert Grönemeyer ausgesucht, in dem es an einer Stelle heißt: "Du hast den Raum mit Sonne geflutet, hast jeden Verdruss ins Gegenteil verkehrt".

Unter anderem nahm Pfarrer Friedhelm Kasparick in seiner Predigt auch Zeilen aus dem Lied "Als ich fortging" mit auf: "Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein. Ich weiß, du willst unendlich sein – schwach und klein. Feuer brennt nieder, wenn's keiner mehr nährt. Kenn ja selber, was dir heut widerfährt". Er erklärte die Worte für universell und gleichzeitig individuell, weil sie für jeden Menschen etwas anderes bedeuten. Und – im Sinne der Predigt – könnte auch der Glaube an Gott oder Gott selbst damit gemeint sein. Was waren Herzenslieder und Herzenszeilen, Worte, die jeden berühren und die auch in der Pauluskirche berührten.

Das Publikum saß mit Sicherheitsabstand in dem weiten Kirchenraum Bildrechte: MDR/Anne Sailer

Endlich ein Konzert nach langer Zeit

Zu Beginn war die Gemeinde noch recht verhalten, ja andächtig – als Brüning dann aber zu improvisieren begann, war deutlich Zuspruch zu hören. Die Besucherinnen und Besucher klatschten Beifall und forderten gar eine kleine Zugabe. Danach schienen alle wie beseelt. Begeistert von der Präsenz der 74-jährigen Sängerin und den Worten des Pfarrers, gerührt nach einem Konzert nach so langer Zeit.

Selbst Pianist König und Sängerin Brüning, die auf über ein Jahr Bühnenabstinenz zurückblicken, bedeutete das Publikum sehr viel.  Man spüre die Begeisterung, das Mitgerissensein, sagte Brüning – und das nicht nur, wenn Applaus ertönt. Die Rührung der Menschen habe beide ergriffen.

Die Menschen geben uns Hoffnung, dass es weitergeht und das bedeutet uns sehr viel.

Uschi Brüning

Jazzfestival geht weiter

Für den Organisator des Festivals Ulf Herden war der Gottesdienst in der Pauluskirche auch ein gelungener Auftakt, das Festival "Women in Jazz" geht am kommenden Wochenende weiter. Die deutsche Jazzszene kommt nach Halle, aber auch Jazzerinnen aus Polen, Israel, den USA. Auch wenn das Geld wegen der fehlenden Eintrittsgelder knapp ist.

Die Konzerte werden nicht irgendwo eingespielt, sondern entweder live aus Merseburg, Halle oder Magdeburg übertragen oder zum Anhören ins Netz gestellt. Ein bisschen Festival-Normalität in ungewöhnlichen Zeiten.

Das FestivalWomen in Jazz
16. Internationales Jazzfestival Halle (Saale)

30. April bis 15. Mai 2021

Konzerte und kostenfreie Livestream-Konzerte

Geplante Künstler 2021:
Nora Benamara, Reut Regev, Ariane Toffel, Izabella Effenberg, Rachel Hermlin, Uschi Brüning, Lisa Bassenge, June Cocó, Jazz Girls Day, Caro Josée, More Jas, Viviane De Farias, Ariane Toffel, Marta Wajdzik, Anna Maria Jopek

Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 03. Mai 2021 | 06:15 Uhr