Aus mit Ansage 2G: Jazztage Dresden vorzeitig beendet

Seit Montag gilt in Sachsen die 2G-Regel für Gastronomie und Kultur. Der Intendant der Jazztage Dresden, Kilian Forster, sieht darin eine Ausgrenzung von Teilen des Publikums und erklärte das Festival für beendet.

Kilian Forster, Intendant der Jazztage Dresden und Musiker bei den Klazz Brothers
Kilian Forster, Intendant der Jazztage Dresden, sieht 2G als Diskriminierung. Bildrechte: IMAGO / Andreas Weihs

Die Dresdner Jazztage sind am Montag vorzeitig beendet worden. Wie Intendant Kilian Forster mitteilte, zwinge die 2G-Regelung Veranstalter in Sachsen dazu, Menschen auszugrenzen. Da könne und wolle das Festival nicht mitgehen. In den vergangenen 19 Tagen hätten insgesamt 22 Konzerte mit etwa 5.000 Gästen stattgefunden. Ursprünglich sollten die Jazztage bis zum 21. November laufen.

Aufgrund der dramatischen Corona-Lage in Sachsen gilt seit Montag eine neue Corona-Verordnung, die auch eine 2G-Regelung für die Gastronomie und Veranstaltungen in Innenräumen vorsieht. Das heißt, nur noch Geimpfte und Genesene haben Zutritt. Darüber hinaus gelten außerdem Abstandsgebot und Maskenpflicht.

Gemischte Reaktionen aus der Kulturszene auf 2G-Regelung

Die sächsische Kulturszene reagierte unterschiedlich auf die neuen Regelungen: Während die Jazztage Dresden in 2G als Diskriminierung beurteilen, sahen das Dresdner Staatsschauspiel oder das Chemnitzer Kulturbündnis "Hand in Hand e.V." der neuen Regelung gelassen entgegen. Kritik von Seiten der Clubszene wie von der Live Initiative Sachsen (Lisa) richtete sich nicht gegen 2G, aber gegen die damit verbundenen weiteren Auflagen.

Offener Brief: Kulturrat plädiert für Impfpflicht

Indessen forderte der Deutsche Kulturrat angesichts steigender Corona-Inzidenzwerte ein Handeln der Politik. Sie traue sich nicht, das offensichtlich notwendige, nämlich eine allgemeine Impfpflicht anzuordnen, heißt es wörtlich in dem Offenen Brief. Geschäftsführer OIaf Zimmermann erklärte dazu, es seien vor allem die regionalen Unterschiede, die der Kulturbranche zu schaffen machten.

In Mitteldeutschland hat Sachsen als erstes Bundesland eine 2G-Regel für den öffentlichen Raum eingeführt. Kultur- und Konzerthäuser, Bibliotheken und andere Einrichtungen dürfen nur noch Genesene und Geimpfte einlassen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts war Sachsen am Montag mit 491,3 das Bundesland mit der bundesweit höchsten 7-Tage-Inzidenz.

Aktuelle Corona-Lage in Mitteldeutschland

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. November 2021 | 16:30 Uhr