Jan Nast, Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle wechselt nach Wien
Jan Nast, Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle, wechselt nach Wien Bildrechte: dpa

Musik Orchesterdirektor Nast verlässt die Sächsische Staatskapelle Dresden

Jan Nast, Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle wechselt nach Wien
Jan Nast, Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle, wechselt nach Wien Bildrechte: dpa

Der Orchesterdirektor Jan Nast verlässt nach 22 Jahren die Sächsische Staatskapelle Dresden. Wie die Semperoper am Montag mitteilte, wechselt Nast zu den Wiener Symphonikern. Ab Oktober wird er Intendant des Konzertorchesters der Stadt Wien.

Chefdirigent Christian Thielemann dankte Nast "für seine großartige Arbeit" für die Staatskapelle und lobte vor allem seinen Einsatz für Konzertreisen, die das weltweite Renomée des Orchesters gestärkt hätten. Der Orchestervorstand reagierte bestürzt auf die Nachricht und hob hervor, dass Nast "unermüdlich für das Orchester gedacht [und] gehandelt" habe. Persönliche Belange habe er oft hintangestellt, um das Orchester international weiterzuentwickeln.

Ende der Reibereien mit Christian Thielemann

"Für Jan Nast gehen erfolgreiche Jahre in Dresden und permanente Reibereien mit Chefdirigent Christian Thielemann zu Ende", kommentiert MDR KULTUR-Musikjournalist Michael Ernst. "Man weiß, das Verhältnis zwischen den beiden ist seit Jahren schon lange kräftig zerrüttet."

Ernsts Ansicht nach habe man die Vorzeichen sehen können, denn: "Fluktuation gab es bei der Sächsischen Staatskapelle zu Hauf, Wechsel in Dramaturgie und Pressebereich, immer wieder neue Gesichter im Büro des Chefdirigenten, nun geht auch der Orchesterdirektor". Dabei sei Jan Nast mit seinen 22 Jahren in dieser Position unkündbar gewesen. "Der Leidensdruck muss groß gewesen sein, um das Machtgerangel hinter den Kulissen zu beenden und noch mal völlig neu anfangen zu wollen", so die Einschätzung des Musikjournalisten. Die Wiener Symphoniker, zu denen er jetzt wechselt, seien ein Orchester, das sich zuletzt sehr verjüngt habe.

Jan Nasts Karriere in Kurzform

Jan Nast wurde 1965 in Ost-Berlin geboren und studierte Musik an der Hanns-Eisler-Hochschule. Danach spielte er als Hornist in verschiedenen Orchestern. Nach einem Kulturmanagement-Studium in Ludwigsburg und einem Engagement in Freiburg war er 1997 zur Staatskapelle nach Dresden gekommen.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 02. Juli 2019 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2019, 07:30 Uhr

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