Drohnenaufnahme des Dom St. Peter und Paul in Naumburg an der Saale am 12.04.2018.
Der Dom St. Peter und Paul in Naumburg steht als UNESCO-Welterbe jetzt an der Seite der Pyramiden von Ägypten und des australischen Great Barrier Reefs Bildrechte: imago/epd

Stadtgestaltung Ein Jahr UNESCO-Welterbe – Naumburgs künftige Pläne

Seit einem Jahr hat der Naumburger Dom den begehrten Titel UNESCO-Welterbe. Die Stadt hat viel vor, ein Museum und auch mehrsprachige Straßenschilder sollen die Besucher aus aller Welt künftig willkommen heißen. Ebenso wird ein Besucherzentrum an historischer Stelle Informationen für die Gäste der Stadt bereithalten.

von Stefan Nölke, Redaktionsleiter Radio bei MDR KULTUR

Drohnenaufnahme des Dom St. Peter und Paul in Naumburg an der Saale am 12.04.2018.
Der Dom St. Peter und Paul in Naumburg steht als UNESCO-Welterbe jetzt an der Seite der Pyramiden von Ägypten und des australischen Great Barrier Reefs Bildrechte: imago/epd

Naumburg feiert in diesen Tagen ein Jahr UNESCO-Welterbe. Und wie vor einem Jahr, als der Titel auf der UNESCO-Tagung in Bahrain vergeben wurde, läuteten am Montag, um 16 Uhr die Domglocken. "Ein Jahr danach geht die Arbeit jetzt erst richtig los", meinte Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper gegenüber MDR KULTUR. So will die Stadt den Domplatz und die Zugangswege neu gestalten. Denn schon im ersten Welterbe-Jahr seien die Besucherzahlen um über 20 Prozent gestiegen. Und die Stadt müsse weiter mit einem Zuwachs auch an ausländischen Besuchern rechnen. Weshalb die Straßen- und Informationsschilder zwei- oder gar dreisprachig gestaltet sein sollten. Auch die Führungen durch den Dom und die Stadt müssten verstärkt in anderen Sprachen angeboten werden, so der Oberbürgermeister.

Neues Besucherzentrum an historischem Platz

Kernstück der Neugestaltung des Domplatzes ist ein Besucherzentrum das an historischer Stelle, der alten Naumburger Bischofskurie entstehen soll. Etwa sieben Millionen Euro soll die Sanierung und Umgestaltung kosten, wobei das Land Sachsen-Anhalt, so die Hoffnung der Domverwaltung, davon den Löwenanteil tragen wird.

Das Gebäude, in dem bislang noch eine Töpferwerkstatt ihr Zuhause hat, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Den Grundstein hatte einst der legendäre Naumburger Bischof Julius Pflug um die Mitte des Jahrhunderts gelegt. Vom Alter des Areals zeugt zudem ein romanischer Wohnturm aus dem 13. Jahrhundert, der an einen größeren, hinteren Gartenbereich angrenzt. Ein lauschiges Plätzchen, in dessen Mitte ein alter Wildkirschbaum darauf wartet, dass jemand kommt und die kleinen dunkelroten Kirschen abpflückt. Die Streuobstwiese soll auch nach der Sanierung erhalten bleiben, versichert der Direktor der Vereinigten Domstifter, Holger Kunde.

Plan für Besucherzentrum am Naumburger Dom
Das Besucherzentrum soll direkt gegenüber vom Naumburger Dom zu finden sein Bildrechte: Vereinigte Domstifter

Museum zur Region geplant

In dem neuen Informationszentrum sollen zum einen die Ticketschalter für die Dombesichtigung untergebracht werden. Zum anderen wird dort ein kleines Museum entstehen, das über die Saale-Unstrut Region und ihre kulturellen Schätze, wie das Kloster Pforta, die Neuenburg oder den Weinanbau in der Region Auskunft gibt.

Tatsächlich kann es nur von Vorteil sein, wenn die Vereinigten Domstifter, die Stadt und der Burgenlandkreis bei der touristischen Vermarktung an einem Strang ziehen. Denn schließlich geht es darum, nicht nur Tagesbesucher von der Region zu überzeugen.

Nachjustierungen nötig

Markgräfin Uta von Ballenstedt im Naumburger Dom
Die berühmte Uta-Statue lockt Besucher aus aller Welt – mancher Naumburger Taxifahrer hat sie noch nie gesehen. Bildrechte: IMAGO

Bei all dem ist es wichtig, dass die Bürgerschaft bei dem großen Welterbe-Projekt und allen neuen Plänen mitgenommen wird, erklärt die Dechantin der Vereinigten Domstifter, Karin von Welck. Und da gibt es offenbar noch Luft nach oben: "Wir haben deshalb zum Beispiel alle Taxifahrer eingeladen und ihnen den Naumburger Dom gezeigt. Und da haben einige doch gesagt: 'Also drinnen waren wir noch nie'. Ich glaube aber, das gehört doch einfach dazu. Und so sind für mich auch die neuentstanden Partnerschaften der Vereinigten Domstifter mit den Schulen ganz wichtig, damit auch die nachwachsende Generation herangeführt wird und sich mit diesem unglaublich schönen Dom identifiziert", so Karin von Welck, die im vergangenen Jahr zur Vorsitzenden des Domkapitels gewählt wurde.

Und so scheint ein Jahr nachdem der UNESCO-Titel dem Naumburger Dom zugesprochen wurde durchweg Optimismus zu herrschen. Mehr als zehn Jahre hatten die Domstifter, die Stadt und der Landkreis durchaus gegen viele Widerstände darauf hingearbeitet. Nun gilt es noch mal einen neuen Anlauf zu nehmen.

Auch interessant

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Morgen | 02. Juli 2019 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2019, 04:00 Uhr

Meistgelesen bei MDR KULTUR

Abonnieren