Szene aus 'Vakuum'
Szene aus "Vakuum" mit Barbara Auer. Bildrechte: Dschoint Ventschr Filmproduktion

Festivalstart im Dreiländereck Neiße Filmfestival blickt auf Protestbewegungen der 60er

In der deutsch-polnisch-tschechischen Grenzregion findet ab heute das Neiße Filmfestival statt. 120 Werke werden gezeigt, zu Gast sind unter anderem Barbara Auer und Christian Petzold. Ein Schwerpunkt des Festivals liegt in diesem Jahr auf den Protestbewegungen der 60er-Jahre. MDR KULTUR mit einem Überblick.

Szene aus 'Vakuum'
Szene aus "Vakuum" mit Barbara Auer. Bildrechte: Dschoint Ventschr Filmproduktion

Das Neiße Filmfestival will die Menschen im Dreiländeck Polen-Tschechien-Deutschland näher zusammenbringen. In diesem Jahr versucht es dies mit einem Blick in die 60er-Jahre: Der Fokus des fünftägigen Festivals richtet sich auf den "Prager Frühling" und andere Protest- und Reformbewegungen des Jahres 1968. Historische und aktuelle Filme sollen einen Einblick in die bewegten Zeiten geben.

Insgesamt werden bis zum 20. Mai 120 Filme gezeigt, in den Wettbewerben konkurrieren dabei neun Spielfilme und neun Dokumentarfilme – je drei deutsche, tschechische und polnische Produktionen – sowie über 30 Kurzfilme um die "Neiße-Fische".

Filme aus drei Ländern

Nach Angaben der Festivalmacher geht mit "Aggregat" darunter ein sehr politischer Dokumentarfilm an den Start, der die Ratlosigkeit von Politikern in Deutschland angesichts der aktuellen Lage beschreibt. Der Spielfilm "Vakuum" von Christine Repond dreht sich um eine Frau, die kurz vor ihrem 35. Hochzeitstag erfährt, dass sie HIV-positiv ist – und dass sie sich bei ihrem Mann angesteckt haben muss. Hauptdarstellerin Barbara Auer kommt am Donnerstag zur Vorführung des Streifens nach Großhennersdorf.

Ola Staszel, die gemeinsam mit Antje Schadow und Andreas Friedrich das Festival leitet, freut sich in diesem Jahr besonders auf die polnische Auswahl. Der Filmbereich habe sich noch bis vor einem halben Jahr den erzwungenen Umbrüchen in der polnischen Kulturlandschaft entziehen können. Sie empfiehlt Filme wie "Der Turm. Ein heller Tag" von  Jagoda Szelc oder "Der Mann mit der magischen Box" von Bodo Kox.

Es gibt tolle, junge polnische Regisseure, die sehr frisches, neues Kino schaffen.

Ola Staszel

Christian Petzold zu Gast

Den Ehrenpreis des diesjährigen Festivals erhält der deutsche Regisseur Christian Petzold, dessen Werk auch eine Retrospektive gewidmet ist. Petzold kommt am Freitag nach Zittau, um seinen aktuellen Film "Transit" vorzustellen.

Wir sind sehr stolz, dass Christian Petzold diesen Preis entgegen nimmt, weil er aus dem Westen stammt, sich aber in fast allen seinen Werken ostdeutschen Themen widmet. Er macht großes Kino und ist dabei ein Brückenbauer.

Ola Staszel

Das Neiße Filmfestival, ausgerichtet vom Kunstbauerkino in Großhennersdorf, findet vom 15. - 20. Mai an 13 Orten im Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien statt. Die Preise des Festivals werden am Samstag bei einer Gala im Miejski Dom Kultury in Zgorzelec (Polen) verliehen.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 15. Mai 2018 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2018, 20:56 Uhr