Netflix-Serie  - The Alienist - mit Daniel Brühl
Luke Evans (als John Morre), Dakota Fanning (als Sara Howard) und Daniel Brühl (als Laszlo Kreisler) in der neuen Netflix-Serie 'The Alienist'. Bildrechte: Kurt Iswarienko/Turner Entertainment Networks, Inc.

Neue Netflix-Serie "The Alienist - Die Einkreisung" Daniel Brühl auf der Suche nach einem Kindermörder

Schon seit Jahren ist Daniel Brühl international der erfolgreichste deutsche Schauspieler. Nach einer Hauptrolle in "Rush" und einer lukrativen Nebenrolle in "Avengers" ist man nun auch in den USA auf Daniel Brühl aufmerksam geworden und hat ihm eine Hauptrolle in einer TV-Serie angeboten: "The Alienist - die Einkreisung" ist die faszinierende Bestsellerverfilmung über einen Kindermörder im New York der Jahrhundertwende um 1900.

von Jörg Taszman, MDR KULTUR

Netflix-Serie  - The Alienist - mit Daniel Brühl
Luke Evans (als John Morre), Dakota Fanning (als Sara Howard) und Daniel Brühl (als Laszlo Kreisler) in der neuen Netflix-Serie 'The Alienist'. Bildrechte: Kurt Iswarienko/Turner Entertainment Networks, Inc.

Ein toter, grässlich verstümmelter Junge wird auf der Brooklyn Bridge gefunden. "Ein Strichjunge in Mädchenkleidung", sagt verächtlich ein leitender Polizeibeamter. Aber als der Seelenarzt (Englisch: "Alienist") Laszlo Kreisler, gespielt von Daniel Brühl, etwas über diesen Fall erfährt, schaltet er sich in die Suche ein.

Heute würde man Kreisler wohl als einen Kriminalpsychologen bezeichnen. Er ist jemand, der Menschen manipuliert und dabei sehr angeberisch und arrogant sein kann. [...] Weil er in seinem Leben viel Schmerz erlitten hat und viel Brutalität erlebte, versteht man, warum Laszlo Kreisler so besessen davon ist, den Killer zu finden.

Daniel Brühl über seine Rolle

Kreisler muss viele Widerstände überwinden. Die Polizei ist korrupt und altmodisch, außerdem voller Ressentiments gegen Strichjungen, Prostituierte und die Ärmsten der Armen. Sie schützt eher die reichen Perversen, die von dieser Not profitieren. Kreisler umgibt sich mit einigen Vertrauten, darunter auch der Polizeisekretärin Sara Howard, die für den Polizeichef arbeitet, der versucht, gegen die eigene Behörde vorzugehen. Es handelt sich um einen gewissen Theodore Roosevelt: den späteren amerikanischen Präsidenten.

Netflix-Serie  - The Alienist - mit Daniel Brühl
Dakota Fanning als Sara Howard in der Netflix-Serie 'The Alienist - Die Einkreisung'. Gedreht wurde in Budapest. Bildrechte: Turner Entertainment Networks, Inc.

Optisch gelungene Hochglanz-Serie

Gedreht wurde die erste Staffel im Vorjahr fast komplett in Budapest. Und optisch kann sich "Die Einkreisung" wirklich sehen lassen. Man spürt die Enge der Gassen in den ärmeren Vierteln, die Opulenz der Mächtigen, wenn sie in die prunkvolle Oper gehen. Auch die Kameraführung, die vielen Fahrten und Schwenks tragen zum Gelingen der so europäisch wirkenden Hochglanz-Serie bei. Regie führte der Belgier Jakob Verbruggen, der schon die belgische Krimiserie "Code 37" verantwortete. Er kann sich auch diesmal auf seine guten Darsteller verlassen, allen voran Daniel Brühl, aber auch auf den Briten Luke Evans als John Moore oder die Amerikanerin Dakota Fanning als Sara Howard. Nur das Thema der Serie, diese brutalen Kindermorde wirken mitunter ziemlich bedrückend.

Menschliche Abgründe, die zeitlos sind

Auch wenn die Serie im New York Ende des 19. Jahrhunderts spielt, wird deutlich, dass die menschlichen Abgründe universell und zeitlos sind und sich nicht nur auf einzelne Epochen beschränken. Laszlo Kreisler weiß, dass er in seine eigenen Abgründe schauen muss, um den Killer zu jagen - auch wenn das bedeutet, sich der eigenen Hölle zu nähern.

'The Alienist - Die Einkreisung' ist nicht nur eine in Opulenz schwelgende Kostümserie, sondern eine sehr viel düstere Version einer Metropole als "Babylon Berlin", angesiedelt im Schmelztiegel New York, versehen mit einem Schuss Sigmund Freud und einer Prise von "Das Schweigen der Lämmer". Betörend schön und erschreckend gruselig.

Jörg Taszman, MDR KULTUR-Kritiker

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Nachmittag | 16. April 2018 | 15:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. April 2018, 12:32 Uhr

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