Der Leipziger Verleger Nick Pfefferkorn lächelt.
Seit 2017 leitet er den Musikverlag "Breitkopf & Härtel". Bildrechte: MDR/Simon Bernard

Musikverlag "Breitkopf & Härtel" Nick Pfefferkorn: Leipzig macht zu wenig aus seinem musikhistorischen Erbe

Der Leiter des ältesten Musikverlages der Welt "Breitkopf & Härtel" findet, dass Leipzig nicht sein volles musikhistorisches Potential nutzt. Bei MDR KULTUR meinte Nick Pfefferkorn, dass dadurch auch bei der Kampagne "Musikstadt Leipzig" etwas vergeben wurde.

Der Leipziger Verleger Nick Pfefferkorn lächelt.
Seit 2017 leitet er den Musikverlag "Breitkopf & Härtel". Bildrechte: MDR/Simon Bernard

Nick Pfefferkorn, der Leiter des ältesten Musikverlages der Welt, bedauert, dass Leipzig nicht mehr aus seinem musikhistorischen Erbe macht. Im Gespräch mit MDR KULTUR be,ängelte der Geschäftsführer von "Breitkopf & Härtel", dass so auch bei der Kampagne "Musikstadt Leipzig", die diesen Herbst angekündigt wurde, etwas vergeben werde.

Nicht das volle Potential genutzt

"Das ist so viel mehr. Natürlich sind es die großen Leuchtturm-Institutionen wie Thomaner-Chor, Gewandhaus, Oper, Bach-Archiv. Aber alles andere ist mindestens genauso wichtig." Leipzig habe das Glück, dass alle wichtigen deutschen Komponisten hier gewirkt haben: "Es gibt viele freie Institutionen, die die Vielfalt der Musikstadt Leipzig ausmachen. Die Grieg-Gedenkstätte zum Beispiel", so Pfefferkorn. Da sei ein großer Fehler gemacht worden. Man habe nicht das ganze Potential genutzt. "Daraus hätte man etwas machen können."

Frühe Verbindung mit dem Notenschreiben

Der 1976 in Leipzig geborene Kaufmann und Fagottist Nick Pfefferkorn begann sehr früh mit dem Notenschreiben, wie er selbst sagt. Am Anfang seien es Stimmenauszüge aus den Partituren seines alten Orchesters gewesen. "Ich habe schon sehr früh eine Affinität zu dieser Ästhetik der Notenschrift gehabt. Das habe ich auch heute noch." Mittlerweile leitet er mit Breitkopf & Härtel einen der wichtigsten Verlage für Notendruck.

Er absolvierte zunächst eine kaufmännische Lehre, gründete mit 19 Jahren seinen ersten Musikverlag, studierte an der Leipziger Musikhochschule. Freiberuflich betrieb Pfefferkorn über viele Jahre für den Verlag Breitkopf & Härtel in Wiesbaden Notensatz und wurde 2015 als Cheflektor angefragt. So pendelte er zwei Jahre zwischen Leipzig und Wiesbaden. Seit 2017 führt Nick Pfefferkorn als erster geschäftsführender Gesellschafter ohne Familienbezug den traditionsreichen Musikverlag.

Verlag mit bedeutender Geschichte

Der Verlag feiert in diesem Jahr 300-jähriges Jubiläum. 1719 wurde der Verlag in Leipzig gegründet. Schon im 18. Jahrhundert betreute er bedeutende Komponisten und setzt diese Tradition bis heute und mit Hauptsitz Wiesbaden fort. Schon 1756 fanden sich im Verlagsprogramm die großen Komponistennamen des deutschsprachigen Raums wie Haydn, Leopold, Mozart, Quantz, Stamitz und Telemann.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 01. Dezember 2019 | 11:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2019, 15:23 Uhr