Nicolas Roeg, 2012
Nicolas Roeg im Jahr 2012 Bildrechte: imago/Future Image International

Trauer Regisseur Nicolas Roeg ist tot

Nicolas Roeg, 2012
Nicolas Roeg im Jahr 2012 Bildrechte: imago/Future Image International

Der britische Meisterregisseur Nicolas Roeg ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das berichtete die BBC unter Berufung auf Familienangehörige auf ihrer Internetseite am Samstag. Am 15. August hatte Roeg seinen 90. Geburtstag gefeiert. Weitere Einzelheiten zu seinem Tod sind zunächst nicht bekannt.

Roegs bekanntester Film ist der in Venedig gedrehte "Wenn die Gondeln Trauer tragen" von 1973. Auch wenn er - wie alle anderen Roeg-Filme - kein Kassenerfolg wurde, erreichte dieser Film Kultstatus. Julie Christie und Donald Sutherland spielen darin trauernde Eltern, die denken, dass sie ihre tote Tochter auf einer Reise nach Venedig sehen. Auch wegen einer Sexszene bot der Film viel Gesprächsstoff.

Roeg blieb immer Außenseiter

Nicolas Roeg ließ sich nie auf ein Genre festlegen. Er war vor allem für seine Cut-up-Technik bekannt. In seine Schule gingen Regisseure wie Christopher Nolan, Steven Soderbergh, François Ozon und Lars von Trier. 1999 erhielt er den British Independent Film Award für seine Lebensleistung. Seine Filme "Insignificance – Die verflixte Nacht" und auch "Walkabout" waren für die Goldene Palme nominiert, "Der Mann, der vom Himmel fiel" für den Goldenen Bären.

Vom Kameramann zum Regisseur

Roeg wurde 1928 in London geboren. Die Filmstudios lagen gleich gegenüber von seinem Elternhaus, dort begann er als Laufbursche und arbeitete sich hoch. Als Kameramann wirkte er mit an dem Oscar-gekrönten Film "Lawrence von Arabien" (1962).

Immer schon hatte er seinen eigenen Kopf: Bei den Dreharbeiten zu "Doktor Schiwago" (1965) geriet er mit dem Regisseur aneinander und wurde gefeuert. Außerdem filmte er Klassiker wie Francois Truffauts "Fahrenheit 451" (1966) und John Schlesingers "Die Herrin von Thornhill" (1967).

Erste Regie mit Mick Jagger in der Hauptrolle

1970 bekam Roeg die Chance für seine erste Regie, es handelte sich um den psychedelischen Gangsterfilm "Performance". Die Hauptrolle spielte Mick Jagger. Es wurde ein Skandalfilm, nicht nur wegen der sexuellen Experimente der Hauptpersonen, sondern auch, weil Roeg hier schon seine ungewöhnliche Filmsprache an den Tag legte: Sprünge zwischen Wirklichkeit und surrealen Träumen. Das australische Drama "Walkabout" von 1971 etablierte den Regisseur schließlich als visionärer Montagetechniker.

Bild aus "Der Mann, der vom Himmel fiel"
Szene aus "Der Mann, der vom Himmel fiel" mit David Bowie Bildrechte: imago/United Archives

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Nachrichten | 24. November 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. November 2018, 15:54 Uhr

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