Preisverleihung Oscars 2020: "Parasite" ist bester Film und schreibt Geschichte

In der Nacht zum Montag sind in Los Angeles zum 92. Mal die Oscars vergeben worden. Der große Gewinner des Abends war "Parasite" des Südkoreaners Bong Joon-ho. Gleichzeitig sorgte der Film auch für die größte Überraschung. Ausgezeichnet wurden außerdem Joaquin Phoenix für "Joker", Renée Zellweger für "Judy", Laura Dern für "Marriage Story" und Brad Pitt für seine Rolle in "Once Upon a Time in Hollywood".

Szene aus dem Film Parasite
"Parasite" hat mit seinem Gewinn Geschichte geschrieben. Bildrechte: Verleih Koch Films

Das Werk "Parasite" ist bei der 92. Oscarverleihung in Los Angeles als bester Film ausgezeichnet worden und der große Gewinner des Abends. Insgesamt gewann der Film von Regisseur Bong Joon-ho vier Academy-Awards.

Bong Joon-ho zeigt die erhaltene Oscars für seinen Film 'Parasite'  in den Kategorien 'Beste Regie', 'Bestes Originaldrehbuch', 'Bester Film' und 'Bester fremdsprachiger Film' (Auslands-Oscar) beim Gouverneursball nach der Oscar-Verleihung im Dolby Theatre. 8 min
Bildrechte: dpa

In der Nacht zum Montag sind die Oscars vergeben worden. Der große Gewinner: "Parasite" des Südkoreaners Bong Joon-ho, der damit auch gleich in die Geschichte einging. Knut Elstermann über die Gewinner des Abends.

MDR KULTUR - Das Radio Mo 10.02.2020 08:40Uhr 07:49 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bong Joon-ho zeigt die erhaltene Oscars für seinen Film 'Parasite'  in den Kategorien 'Beste Regie', 'Bestes Originaldrehbuch', 'Bester Film' und 'Bester fremdsprachiger Film' (Auslands-Oscar) beim Gouverneursball nach der Oscar-Verleihung im Dolby Theatre. 8 min
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In der Nacht zum Montag sind die Oscars vergeben worden. Der große Gewinner: "Parasite" des Südkoreaners Bong Joon-ho, der damit auch gleich in die Geschichte einging. Knut Elstermann über die Gewinner des Abends.

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"Parasite" schreibt Geschichte

Bong Joon-ho
Regisseur und Drehbuchautor von "Parasite": Bong Joon-ho. Bildrechte: imago images/MediaPunch

Das südkoreanische Werk hat mit dem Gewinn als bester Film Geschichte bei den Oscars geschrieben. Noch nie hat ein nicht-englischsprachiger Film in dieser Katgorie gewonnen. Neben dem Hauptpreis konnte sich auch Regisseur Bong Joon-ho über eine Auszeichnung für die beste Regie freuen. Dazu gewann der Film noch in den Kategorien "Bester internationaler Film" und "Bestes Original-Drehbuch".

Renée Zellweger und Joaquin Phoenix beste Darsteller

JOAQUIN PHOENIX als Arthur Fleck in “JOKER”
Joaquin Phoenix als Joker. Bildrechte: imago images/Prod.DB

Als beste Darstellerin und bester Darsteller wurden Renée Zellweger und Joaquin Phoenix ausgezeichnet. Zellweger bekam ihren zweiten Oscar für ihre Rolle in dem Judy-Garland-Biopic "Judy". Phoenix gewann seinen ersten Academy-Award für seine Darstellung des Batman-Widersachers "Joker".

Als beste Nebendarstellerin wurde Laura Dern für ihre Rolle in der Netflix-Produktion "Marriage Story" prämiert. Brad Pitt gewann seinen ersten Schauspiel-Oscar als bester Nebendarsteller für den Quentin-Tarantino-Film "Once Upon a Time in Hollywood". Alle vier Schauspieler konnten in diesen Kategorien bereits einen Golden Globe mit nach Hause nehmen.

Alle Gewinner im Überblick

  • Bester Film: "Parasite"
  • Beste Regie: Bong Joon-ho für "Parasite"
  • Beste Hauptdarstellerin: Renée Zellweger für "Judy"
  • Beste Nebendarstellerin: Laura Dern für "Marriage Story"
  • Bester Hauptdarsteller: Joaquin Phoenix für "Joker"
  • Bester Nebendarsteller: Brad Pitt für "Once Upon a Time In Hollywood"
  • Bester internationaler Film: "Parasite"
  • Beste Kamera: Roger Deakins für "1917"
  • Bester Animationsfilm: "Toy Story 4"
  • Bester Kurzfilm: "The Neighbors Window"
  • Bester animierter Kurzfilm: "Hair Love"
  • Bestes Kostümdesign: "Little Women"
  • Bester Dokumentarfilm: "American Factory"
  • Bester Dokumentar-Kurzfilm: "Learning to Skateboard in a Warzone (If You´re A Girl)"
  • Bester Schnitt: "Le Mans 66"
  • Bestes Make-Up/Frisuren: "Bombshell"
  • Beste Filmmusik: "Joker"
  • Bester Song: "I´m Gonna Love Me Again" aus "Rocketman"
  • Bestes Szenenbild: "Once Upon a Time in Hollywood"
  • Bester Tonschnitt: "Le Mans 66"
  • Beste Tonmischung: "1917"
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: "Jojo Rabbit"
  • Bestes Originaldrehbuch: "Parasite"
  • Beste visuelle Effekte: "1917"

Kein Oscar für "The Irishman"

Filmszene aus "1917" mit George MacKay als Schofield
Seiner Favoriten-Rolle wurde "1917" nicht gerecht. Bildrechte: Universal Pictures and Storyteller Distribution Co., LLC.

Das Gangster-Epos "The Irishman" von Regisseur Martin Scorsese startete mit insgesamt zehn Nominierungen in den Abend - konnte am Ende aber nicht eine Trophäe gewinnen. Auch das Erste-Weltkriegsdrama "1917", das bei den Golden Globes noch als bester Film ausgezeichnet wurde, gewann nur drei Academy-Awards bei insgesamt zehn Nominierungen. Der Film wurde für seine Kamera, die beste Tonmischung und die besten visuellen Effekte ausgezeichnet.

Ebenso enttäuschend dürfte der Abend für Quentin Tarantino und sein Werk "Once Upon a Time in Hollywood" gewesen sein. Bei ebenfalls zehn Nominierungen gewann der Film nur in zwei Kategorien. Neben Brad Pitt als bester Nebendarsteller konnte sich das Werk nur noch als bestes Szenenbild durchsetzen.

Zweiter Oscar für Elton John

Über seinen bereits zweiten Oscar konnte sich der britische Musiker Elton John freuen. Nachdem er 1995 für sein Lied "Can You Feel the Love Tonght" aus dem Disney-Film "König der Löwen" ausgezeichnet wurde, gewann er in diesem Jahr eine Trophäe für den Song "I`m Gonna Love Me Again" aus dem Biopic "Rocketman" – ein Film, der das Leben Elton Johns selbst behandelt.

Viel Musik und keine Moderatoren

Eminem
Rapper Eminem gab seinen Hit "Lose Yourself" zum Besten. Bildrechte: imago images / Cinema Publishers Collection

Wie bereits im vergangenen Jahr gab es auch dieses Mal keinen festen Moderator oder Moderatorin. Eröffnet wurde der Abend durch eine Musical-Nummer der Musikerin Janelle Monae. Außerdem hielten die beiden Schauspieler Steve Martin und Chris Rock einen kurzen Eröffnungs-Dialog.

Im Verlauf des Abends gab es dann noch mehrere musikalische Einlagen. So stand neben Elton John auch Rapper Eminem auf der Bühne und performte seinen Hit "Lose Yourself" aus dem Jahr 2002. Und auch die zukünftige Sängerin des neuen James-Bond-Titelsongs Billie Eilish hatte einen Auftritt. Sie sang "Yesterday" von den Beatles in einer Piano-Version, währenddessen im Hintergrund an verstorbene Persönlichkeiten aus der Filmwelt erinnert wurde.

Die komplette Verleihung können Sie noch einmal in unserem Ticker nachlesen.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. Februar 2020 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2020, 06:59 Uhr

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