Sa 13.04. 2019 09:05Uhr 30:00 min

Eine Amerikanerin in Ostberlin - Edith Anderson

Ein Porträt

Komplette Sendung

Silhouette eines Menschen mit Kopfhörern. 30 min
Bildrechte: Colourbox.de
MDR KULTUR - Das Radio Sa, 13.04.2019 09:05 09:35
Von Uta Beiküfner
(Wiederholung)

1947 kehrt Max Schroeder, Herausgeber des "German American", Freund Gerhart Eislers und Alfred Kantorowicz' im New Yorker Exil, nach Berlin zurück und wird Cheflektor des Aufbau Verlages. Edith Anderson, eine New Yorker Jüdin und Kommunistin, folgt ihm ein Jahr später in die sowjetisch besetzte Zone.

Als Ehefrau des Cheflektors des renommierten Verlages wird sie zur Bezugs- und Beziehungsperson vieler Schriftsteller, Musiker, Politiker: Sie lernt Greta Kuckhoff kennen, die spätere Präsidentin der DDR-Staatsbank, borgt sich von Peter Huchel Kohlen und serviert Mary Wigman ein Steak.

Später wohnt sie Tür an Tür mit Georg Knepler, trinkt mit Arnold und Beatrice Zweig, singt Brecht eine schottische Ballade vor, feiert mit "Kanto" und seiner Frau. Nach und nach beobachtet sie, wie die Heimkehrer aus dem Exil im "Westen" isoliert und wichtige Posten nur mit Heimkehrern aus der Sowjetunion besetzt werden.

Dann hört sie vom Verschwinden Noel und Herta Fields (mit denen sie später sehr eng befreundet ist), erfährt von Schauprozessen in Ungarn und der Tschechoslowakei und sieht Walter Janka stürzen. An der Biografie der Edith Anderson spiegelt sich auf bisher nicht gehörte Weise die Kulturgeschichte der frühen DDR.

Regie: Wolfgang Rindfleisch
Produktion: MDR 2008

Sprecher:
Nadja Schulz-Berlinghoff - Erzählerin
Leslie Malton - Edith Anderson
Christian Redl - Max Schroeder
Daniel Minetti - Zitator

(59 Min.)