Frank Schöbel und Chris Doerk "Heißer Sommer"
"Heißer Sommer": Der Kultfilm aus den Babelsberger Studios der DEFA, mit Frank Schöbel und Chris Doerk und vielen Schlagern aus der Feder von Gerd Natschinski. Bildrechte: AMIGA/BMG

Premiere am 21. Juni 1968 Als der "Heiße Sommer" ins Kino lockte

"Heißer Sommer" gehört zu den "Unverwüstlichen" aus der DEFA-Geschichte. Um den DDR-Kultfilm mit Frank Schöbel und Chris Doerk zu sehen, strömt das Publikum noch heute in die Freilichtkinos. Vor 50 Jahren war er erstmals zu sehen.

von Tom Hartmann, MDR KULTUR

Frank Schöbel und Chris Doerk "Heißer Sommer"
"Heißer Sommer": Der Kultfilm aus den Babelsberger Studios der DEFA, mit Frank Schöbel und Chris Doerk und vielen Schlagern aus der Feder von Gerd Natschinski. Bildrechte: AMIGA/BMG

Da prallen sie also im "Heißen Sommer" an der Ostsee aufeinander, ein Trupp Mädchen, ein Trupp Jungen. Das bringt die Libido in Wallung, nur kann man bekanntlich nicht so ohne Weiteres aufeinander losstürzen und muss zunächst einmal den Pfad der Annäherung betreten. Die Jungen und Mädchen setzen auf gegenseitige Neckereien und Streiche: Da landen die Jungs bei der vermeintlichen Verabredung im Schuppen bei einem – mehr oder minder – Furcht einflößenden Hund, die Mädels wiederum vermissen nach dem Baden ihre – derweilen versteckten - Obertrikotagen.

Im Kino ans Meer

Eifersucht kommt dann auch noch dazu, das macht das Geschehen etwas dramatischer. Aber was soll's, es war ja nicht die Raffinesse der Geschichte, die die Leute 1968 und in den Jahren danach in die DDR-Kinos lotste: Das Zusammenspiel aus guter Laune, Tanz, Schlager und Strand lockte, Frank Schöbel und Chris Doerk köderten den Zuschauer – und nicht zuletzt der Umstand: wer keine Zeit für einen Trip an die Oststee hat, der kann sich wenigstens im Kino schadlos halten. So entwickelte sich ein Publikumsrenner, rund dreieinhalb Millionen Menschen stürzten sich in den "Heißen Sommer".

Nicht preisverdächtig

Inszeniert wurde der Film von Joachim Hasler, einem Experten in Sachen DEFA-Musikfilm. Neben "Heißer Sommer" drehte er 1966 "Reise ins Ehebett" oder 1972 "Nicht schummeln, Liebling!". Doch trotz dieser Expertise gewann der Film keine Preise und auch die Kritik erwies sich ihm gegenüber als wenig gnädig.

Was Regisseur Joachim Hasler mit seiner 'Reise ins Ehebett' schon andeutete, hat er mit 'Heißer Sommer' schlüssig bewiesen: Der heitere, mit großen Schaueffekten ausgestattete Musikfilm liegt ihm nicht.

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Schräge Tramper

Dem Publikum von 1968 waren die höhnischen Reaktionen völlig gleichgültig. Und "Heißer Sommer" zieht noch heute. Dafür gibt es  einen bunten Mix an Gründen. Nostalgie dürfte eine Rolle spielen, da sind die, die den Film gut finden und die, für die der Reiz gerade darin liegt, dass das Filmmusical reichlich Patina angesetzt hat und daher in ihren Augen absurd-schräg daherkommt. Wer "Heißer Sommer" bis heute noch nicht kennt, dem kann man nur raten: nachholen. Denn es gibt Filme, die muss man einfach mal gesehen haben.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 21. Juni 2018 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2018, 15:22 Uhr

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