Prince
Es gibt neue, teilweise bislang unveröffentlichte Musik von Prince zu hören Bildrechte: dpa

"Origins" Posthumes Prince-Album im waschechten 80er-Sound

Auf dem posthum erschienen Prince-Album "Originals" finden sich Stücke, die durch andere Interpreten wie Sinéad O’Connor bekannt wurden. Jetzt kann man sie in der "geheimen" Ur-Version hören. Allerdings sollte man ein Faible für den speziellen Sound der 80er haben.

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Es gibt neue, teilweise bislang unveröffentlichte Musik von Prince zu hören Bildrechte: dpa

Die Veröffentlichung neuer Songs stoppt mittlerweile auch nicht beim Tod eines Künstlers. Gerade erscheint beispielsweise ein neues Album von Prince, es trägt den Titel "Originals", der Künstler war am 21. April 2016 verstorben. Kuratiert hat das Album Michael Howe. Er sortiert im Auftrag der Prince-Erben (einer Schwester und fünf Halbgeschwistern)den Song-Nachlass seines Idols, das legendäre Prince-Archiv, das auch "The Vault" genannt wird.

In seinem Tresor liegt vermutlich sehr viel mehr als bei anderen Künstlern. Ein Szenario, dass man über viele Jahre immer wieder neue Musik von Prince veröffentlichen kann, ist ziemlich wahrscheinlich, Wir reden von einem Mann, der während seines Lebens auf fast übernatürliche Weise produktiv war.

Michael Howe, Prince-Nachlassverwalter

Hitschreiber für Andere

Ganz so elegisch wie auf dem faszinierend direkten Album "Piano & a Microphone" geht es auf dem zweiten posthumen Prince-Album "Originals" nicht zu. Hier quäken schon mal die 80er-Jahre-Keyboards zu rudimentären Drumcomputer-Beats. Es handelt sich um Lieder, die Prince für andere Leute geschrieben hat oder deren Versionen er zumindest nie veröffentlichte. Man könnte auch sagen: Skizzen oder Vorführsongs wie "Sex Shooter", das der Meister 1983 für die von ihm protegierte Girlgroup "Appolonia 6" geschrieben hatte.

Das bekannteste Stück auf "Originals" ist das Original zu Sinéad O’Connor’s Superhit "Nothing Compares 2 U", das allerdings vor einigen Monaten schon mal als Single veröffentlicht wurde. Die meisten Stücke stammen aus der frühen Phase der Karriere, als Prince die gesamte Popmusik mit seinem funkelnden Sound versorgte.

Prince
Princewurde am 7. Juni 1958 in Minneapolis als Prince Rogers Nelson geboren Bildrechte: dpa

Weiterhin finden sich auf "Origins" das Prince-Original des Bangles-Erfolgs "Manic Monday", Hits für Sheila E. oder Country-Schmusesänger Kenny Rogers. Alle Songs entstanden zwischen 1981 und 1990, weshalb man als Hörer mit einer gewissen Retro-Ästhetik des Sounds klarkommen muss. Wem der Princesche 80-er Sound nicht so gut gefällt, wird wohl auf weitere Veröffentlichungen aus dem Tresor warten muss. Die werden mit ziemlicher Sicherheit kommen.

Er war wirklich ein kompletter Künstler und aktiver als jeder andere Kreative, mit dem ich meinem Leben gearbeitet habe. Ich kann mir eigentlich niemanden vorstellen, der auf diesem Level – sowohl quantitativ wie qualitativ – gearbeitet hat. Und das über einen Zeitraum von 40 Jahren, nonstop!

Michael Howe, Prince-Nachlassverwalter

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 21. Juni 2019 | 16:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2019, 04:00 Uhr

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