Do 18.01. 2018 09:05Uhr 30:00 min

Alexander Solschenizyn
Alexander Solschenizyn Bildrechte: IMAGO
MDR KULTUR - Das Radio Do, 18.01.2018 09:05 09:35

Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (Folge 9 von 10)

Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch (Folge 9 von 10)

Von Alexander Issajewitsch Solschenizyn

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Nach einer absurden Anklage zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt, führt der Zimmermann Denissowitsch Schuchow einen täglichen Kampf ums Überleben im Gulag. Die harte Arbeit, der quälende Hunger, die andauernden Erniedrigungen sind nur zu ertragen, indem er alle menschlichen Gefühle ausschaltet. Solschenizyns eindringliche Darstellung des Lagerlebens lässt den stummen Protest, der seine Erzählung bestimmt, um so stärker wirken.

"Es ist Zeit, daran zu denken, dass wir zuerst und vor allem Menschen sind. Die Menschheit aber unterscheidet sich von der Tierwelt durch das Denken und die Rede. Und natürlich muss sie frei sein. Legt man sie in Fesseln, werden die Menschen wieder zu Tieren. Das ehrliche freie Wort, seine Öffentlichkeit - das ist die erste Bedingung für die Gesundheit jeder Gesellschaft, auch der unseren." Alexander Solschenizyn


* Alexander Solschenizyn wurde 1918 in Kislowodsk geboren. Die Jahre von 1945 bis 1953 verbrachte er im Zwangslager, danach musste er drei weitere Jahre in der Verbannung leben. 1957 wurde er rehabilitiert. Die Veröffentlichung des Buches "Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch", in dem Solschenizyn über den Alltag im Lager schreibt, brachte ihm 1969 den Ausschluss aus dem sowjetischen Schriftstellerverband. 1970 wurde er mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Ab 1973 erschien sein erzählerisches Haupt- und Dokumentarwerk "Archipel Gulag" über das sowjetische Lagersystem. Nach seiner Ausweisung lebte Alexander Solschenizyn in Zürich, Kanada und den USA, bis er 1994 nach Russland zurückkehrte. Solschenizyn starb im August 2008 in Moskau.

(Zum 100. Geburtstag von Alexander Solschenizyn)