Mo 08.10. 2018 18:05Uhr 55:00 min

The Dawn Brothers - Classic (Bestellnummer - VVNL33872 - EAN - 8717931333870  -  Label - V2 Records (The Netherlands) B.V.)
The Dawn Brothers - Classic (Bestellnummer - VVNL33872 - EAN - 8717931333870 - Label - V2 Records (The Netherlands) B.V.) Bildrechte: V2 Records
MDR KULTUR - Das Radio Mo, 08.10.2018 18:05 19:00

MDR KULTUR Spezial Musik

MDR KULTUR Spezial Musik

Mit Claus Fischer und Jan Kubon

  • Stereo
Die Neuvorstellungen von Claus Fischer im Bereich Klassik:

* Schubert
Symphony No. 8 in C "The Great"
Heinz Holliger
Kammerorchester Basel
Sony Classical 19075814382

* Bridges
Silvestrini - Pez - Schumann - Hosokawa - Haas -
Couperin - Erkoreka
Juri Vallentin
Genuin Classics GEN 18629

* Johann Sebastian Bach
Messe in h-moll BWV 232
Gerline Sämann - Britta Schwarz - Henriette Gödde - Falk Hoffmann - Andreas Scheibner
Collegium Vocale Leipzig
Merseburger Hofmusik
Michael Schönheit
Querstand VKJK 1808

+++

Die Neuvorstellungen von Jan Kubon im Bereich Pop:

* The Dawn Brothers: "Classic"
(Best.-Nr.: VVNL33872 - EAN: 8717931333870 /
Label: V2 Records (The Netherlands) B.V.)

* Cat Power: "Wanderer"
(Best.-Nr.: WIGCD435 - EAN: 0887828043521 /
Label: DOMINO British)

* Jon Batiste: "Hollywood Africans"
(Best.-Nr.: 00602567875208 - EAN: 0602567875208 /
Label: Verve)

Die Neuvorstellungen von Claus Fischer im Bereich Klassik:

* Bridges - Juri Vallentin, Oboe
Label: genuin
Juri Vallentin hat beim Deutschen Musikwettbewerb im letzten Jahr einen ersten Preis gewonnen und Jury und Publikum gleichermaßen beeindruckt. In Mainz geboren studierte er in Nürnberg und am Pariser Konservatorium. Sein warmer, klarer Ton wird nie unangenehm, auch in den ganz hohen Registern. Faszinierend ist es, in wie vielen verschiedenen Stilistiken Juri Vallentin zuhause ist, er beherrscht die historisch-informierte Rhetorik genauso wie die moderne. Von dieser Vielfalt im Repertoire ergibt sich der Titel des Albums „Bridges“, es vereinigt Werke vom Barock über die Romantik bis zur Gegenwart, darunter eine Reihe von Welt-Ersteinspielungen! Die Romantik scheint Juri Vallentin allerdings am nächsten zu sein -
drei Romanzen op. 94 von Robert Schumann spielt er sagenhaft schön, unglaublich lyrisch und warm, er singt mit seinem Instrument. Vielleicht liegt das auch daran, dass er zunächst Gesang studiert und dann erst auf Oboe umgesattelt hat…

* Johann Sebastian Bach,
Hohe Messe in h-Moll
Solisten, Collegium Vocale Leipzig, Merseburger Hofmusik, Michael Schönheit
Eines der wichtigsten Werke des Klassik-Repertoires ist zweifelsohne die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Aufnahmen gibt es entsprechend wie Sand am Meer. Diese nun wurde im Merseburger Dom aufgenommen, einem Raum der nicht nur unglaublich geschichtsträchtig ist, sondern auch eine hervorragende Akustik hat, gerade für oratorische Werke. Das kann man jedes Jahr Anfang September immer besonders intensiv erleben bei den Merseburger Orgeltagen und im Zuge dieses Festivals ist diese neue Aufnahme auch entstanden. Es wird sehr schön musiziert, besonders im Orchester, Ergebnis ist ein sehr farbiger, transparenter Klang. Auch die Solisten überzeugen, besonders die junge Altistin Henriette Gödde, die ja vor zwei Jahren in Zwickau den Schumann-Wettbewerb gewonnen hat. Leichte Schwachstellen sehe ich im Chor: Die Männerstimmen sind hervorragend, Sopran und Alt wirken aber leider etwas dünn… das ist schade und trübt etwas den insgesamt positiven Gesamteindruck.

* Schubert - Holliger
Kammerorchester Basel, Heinz Holliger
Heinz Holliger ist der Nestor des Schweizer Musiklebens und eine lebende Legende, als Oboist, Komponist und Dirigent hat er Maßstäbe gesetzt. Es ist ja bekannt, dass die Szene der "Neuen Musik" durchaus Berührungspunkte mit der der "Alten Musik" hat in puncto Herangehensweise. Und deshalb überrascht es mich jetzt überhaupt nicht, daß Heinz Holligers Schubert historisch-informiert daherkommt und Zwischentöne hörbar macht.

Schubert kann vordergründig sehr fröhlich, euphorisch sein, hat aber eine zwielichtige, mystische, jmanchmal melancholisch-düstere Seite. Und die kann man mit einer historisch-informierten Herangehensweise besser herausarbeiten, freilegen - mit einem klaren, transparenten klang, ohne Vibrato in den Streichern. Und das gelingt Heinz Holliger wirklich sehr gut - zumal mit einem Klangkörper wie dem Kammerorchester Basel, das zu den besten seiner Zunft in Europa gehört!