Di 15.01. 2019 22:00Uhr 60:00 min

MDR KULTUR - Das Radio Di, 15.01.2019 22:00 23:00

MDR KULTUR - Werkstatt

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Mythos Luxemburg und Liebknecht. Was sie wollten, wie sie starben und wie sie missverstanden wurden

  • Stereo
Am Mythos "Karl und Rosa" ist in den hundert Jahren seit ihrer Ermordung von links wie von rechts fleißig gestrickt worden. Die Kommunisten stilisierten sie zu Märtyrern, Anführern der sozialistischen Revolution, die durch ihre Ermordung jäh beendet wurde. Historisch ist das mehr als fragwürdig, denn der wirkliche Einfluss von Spartakus und Luxemburg/Liebknecht in der Revolution von 1918/19 war marginal. Umso interessanter ist, dass auch ihre Gegner, rechtskonservative Gruppierungen in der Weimarer Republik, aber auch sozialdemokratische Politiker, den politischen Einfluss Luxemburgs und Liebknechts maßlos übertrieben. Ihre Behauptung: Die Ermordung war notwendig, um Deutschland vor dem Bolschewismus zu retten. Wie nahe Luxemburg und Liebknecht dem Bolschewismus wirklich standen, wie ihr Verhältnis zur Demokratie, zur Freiheit, zu politischem Terror war, beleuchten Hartmut Schade und Lorenz Hoffmann. Als Gesprächspartner in der Sendung zu hören sind der Historiker Jörn Schütrumpf, Leiter der "Fokusstelle Rosa Luxemburg" der Berliner "Rosa-Luxemburg-Stiftung"; Filmemacher und Publizist Klaus Gietinger, der sich in seinem Buch "Der Konterrevolutionär. Waldemar Pabst- eine deutsche Karriere" mit der Ermordung Luxemburgs und Liebknechts und ihrem Auftraggeber Waldemar Pabst befasst. Und schließlich der Liedermacher Stephan Krawczyk, der in der DDR unter anderem Berufsverbot erhielt, weil er Texte Luxemburgs auf der Bühne gelesen hatte.

Eine Sendung von Hartmut Schade und Lorenz Hoffmann