Mi 13.03. 2019 21:00Uhr 60:00 min

Blick Bassy
Blick Bassy Bildrechte: Grit Friedrich/MDR
MDR KULTUR - Das Radio Mi, 13.03.2019 21:00 22:00

MDR KULTUR - Folk und Welt

MDR KULTUR - Folk und Welt

Neuvorstellungen mit Grit Friedrich

  • Stereo
* Wütende Protestsongs und weiche Bläser

Umut Adan nannte sein Album schlicht "Bahar"; es verbreitet ansteckend gute Laune. Dabei geht es um ernste Themen, denn der Sänger ist mehr als besorgt über die immer autokratischer agierende Hand der türkischen Regierung. Und er erinnert an einen Sänger, der 1993 dem Terror religiöser Eiferer zum Opfer fiel. Muhlis Akarsu war einer der bekanntesten Stimmen alevitischer Musik, 2007 wurde die Melodie seines Liedes "Allah Allah Desem Gelsem" von Nelly Furtado gecovert, wir senden das türkische Original.

"What we will do" ist ein Versprechen und auch eine Verbeugung vor Ikonen wie Dolly Parton, die drei Frauen von Lula Wiles singen aber nicht nur berückend schöne Liebeslieder, sie waren auch bei den Protesten gegen die Dakota Acces Pipeline dabei.

"Biserta e altre storie" heisst das aktuelle Album vom Duo Bottasso & Simone Sims Longo. Die Bottasso Brüder waren letzten Sommer in Rudolstadt und sie unterrichten Diatonisches Akkordeon und Geige beim Spielkurs im KulturGUt Radis vom 24.-28. April, auch beim Bal Folk sind sie dort dabei.

Blick Bassy hat Wurzeln in Kamerun und besingt ein Schicksalsjahr für den Unabhängigkeitskampf der Völker seiner Heimat. 1958 wurde Ruben Um Nyobé erschossen von französischen Truppen. Blick Bassy schaut in sanft pulsierenden Liedern auf die koloniale Vergangenheit von Kamerun, genauso wie auf die Gegenwart des Landes, mit einer Stimme die man nicht so schnell vergisst.

Blick Bassys Album "1958" verlosen wir unter allen Einsendern. Schreiben Sie bitte an Grit.Friedrich@mdr.de bis zum 21.März 2019.

* Konzerttipps

Gegründet wurden die Jewish Monkeys von Jossi Reich und Roni Boiko, zwei ehemaligen Chorknaben der Frankfurter Westend-Synagoge. Nach "Mania Regressia" war "High Words" das zweite Album, mit jiddischen Lieder aus alten Zeiten, frivolen und sozialkritische Songs und vielen entfesselten Tanzmelodien. Am 14. März kommen die Jewish Monkeys aus Tel Aviv nach Jena ins Cafe Wagner.

Drei Jahrzehnte schon gibt es die APPARATSCHIKs aus Berlin. Ist ein Apparatschik ein eher tumber Befehlsausführer, tanzt diese Band gern aus der Reihe und um den Samowar. Das RECORD RELEASE KONZERT, inklusive gratis CD "Kurs Ost West" ist ausverkauft, aber am 17. März gibt es noch Karten für das Konzert im Maschinenhaus der Kulturbrauerei, Berlin. Am 14. April kommt die Band in die Feuerwache nach Magdeburg.