So 07.07. 2019 12:05Uhr 55:00 min

Der Schauspieler Christian Grashof sitzt auf einem Stuhl und lacht.
Der Schauspieler Christian Grashof sitzt auf einem Stuhl und lacht. Bildrechte: imago/DRAMA-Berlin.de
MDR KULTUR - Das Radio So, 07.07.2019 12:05 13:00

MDR KULTUR - Café

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Christian Grashof im Gespräch mit Carsten Tesch

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Ich spiele in der DDR keinen Polizisten.

Ende der 80er, die Mauer steht noch, da nennt ihn „Die Zeit“ einen der berühmtesten europäischen Schauspieler. In einem Atemzug mit Michel Piccoli. Er reist in seiner Glanz-Doppelrolle als Danton/Robespierre in der legendären Inszenierung von Alexander Lang durch die Welt. Die großen Regisseure des Landes haben ihn auch nach der Wende immer wieder groß besetzt. Robert Wilson, Jürgen Flimm, Dimiter Gotscheff oder Jürgen Gosch. Inzwischen ist er Ehrenmitglied des Deutschen Theaters in Berlin.

Im MDR KULTUR-Café mit Carsten Tesch erzählt Christian Grashof wie unwahrscheinlich diese Karriere gewesen ist. 1943 im damaligen Gablonz an der Neiße geboren, wächst er als Flüchtlingskind in Löbau auf. Theater ist da noch ganz weit weg. Beim Eignungstest an der Schauspielschule spielt er den alten „Faust“ vor, weil er gehört hatte, dass man einen langen Text lernen sollte. Ein paar Jahre später schreibt er zusammen mit Alexander Lang DDR Theatergeschichte. Seine Ansprüche an sich sind hoch. „Das Eigenartige bei diesem Beruf ist, dass man ja gesehen wird.“ Seine Prinzipien verhindern eine Filmkarriere. „Ich spiele in der DDR keinen Polizisten. Mach ich nicht. Die DEFA war mir zu staatstragend. Das wussten die von mir auch.“