So 20.10. 2019 19:30Uhr 150:00 min

MDR KULTUR im Konzert

MDR Matineekonzert

Komplette Sendung

MDR-Chefdirigent Kristjan Järvi 146 min
Bildrechte: MDR
MDR KULTUR - Das Radio So, 20.10.2019 19:30 22:00
* Gustav Mahler: Suite aus Orchesterwerkenv von Johann Sebastin Bach
* Felix Mendelssohn Barthody: Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
* Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Anne Akiko Meyers, Violine
MDR Sinfonieorchester
Leitung: Kristjan Järvi

Zeitversetzte Aufnahme vom 20.10.2019, Leipzig, Gewandhaus

Erstmalig nach seinem Abschied als Chefdirigent im Sommer 2018 steht Kristjan Järvi wieder am Pult des MDR-Sinfonieorchesters. Unter seiner Leitung geht der Klangkörper vom 21. Oktober bis zum 4. November auf Japan-Tournee, im Gepäck ein Programm, das durchaus als Verbeugung vor der langen Musiktradition der Stadt Leipzig verstanden werden kann. Diese Werke präsentieren die Musikerinnen und Musiker vorab im Matineekonzert im Gewandhaus.

Die Matinee beginnt zunächst mit einigen Teilen aus Bachs Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068. Dabei interpretiert das MDR-Sinfonieorchester die Ouvertüre und die beiden Gavotten des langjährigen Thomaskantors in der Bearbeitung Mendelssohns, der sich etwa ein Jahrhundert später als Gewandhauskapellmeister für die Werke Bachs einsetzte. Auch die 3. Orchestersuite hatte Mendelssohn für eine Aufführung in Leipzig eingerichtet und dabei u. a. Klarinettenstimmen hinzugefügt.

Leipzig war auch die Stadt, in der 1845 Mendelssohns Violinkonzert e-Moll uraufgeführt wurde. Die Leitung hatte damals Niels Gade. Das Werk konnte sich von Anfang an großer Beliebtheit erfreuen und gehört heute mit seiner Mischung aus Virtuosität und Poesie zu den populärsten Werken Mendelssohns. Gemeinsam mit dem MDR-Sinfonieorchester interpretiert die Ausnahmeviolinistin Anne Akiko Meyers dieses Violinkonzert.

Beethovens 5. Sinfonie c-Moll ist mit ihrem prägnanten Anfangsmotiv weltweit bekannt und wird von Klassikkennern und -liebhabern gleichermaßen geschätzt. Auch wenn die Form zunächst konventionell anmutet – spannungsgeladener Kopfsatz, gesangliches Andante, ein düster-tänzerisches Scherzo und ein konfliktlösendes Finale – steht das fesselnde Werk mit seinem großen Spannungsaufbau, den Brüchen und erneuten Steigerungen doch für eine große Orchesterrhetorik, die auf das Finale zielt. Zwischen 1803 und 1808 komponiert, hat Beethovens 5. Sinfonie die Komponisten des 19. Jahrhunderts entscheidend beeinflusst. An Stellenwert hat sie auch in späteren Jahrhunderten nichts eingebüßt – so wurde sie 1913 die erste vollständig auf Schallplatte aufgezeichnete Sinfonie.

Kristjan Järvi wird dieses Werk mit der ihm eigenen Energie interpretieren. Dem MDR-Sinfonieorchester ist er auch nach seinem Abschied als Chefdirigent im letzten Jahr noch eng verbunden. Der US-Amerikaner estnischer Herkunft steht für innovative Ideen und führt in seinen Konzerten Musik und Künstler verschiedener Genres zusammen. Neue Konzertformate entwickelt er als Gründer und Chefdirigent des New Yorker "Absolute Ensemble" sowie des noch jungen Klangkörpers "Baltic Sea Philharmonic".

Mit Kristjan Järvi verbindet die kalifornische Violinistin Anne Akiko Meyers eine enge Zusammenarbeit, aus der mehrere CD-Einspielungen hervorgegangen sind. Die Kalifornierin begann bereits im Alter von vier Jahren mit dem Violinspiel und studierte an der Juilliard School New York. Regelmäßig gastiert sie bei den großen Orchestern, bringt zeitgenössische Werke zur Uraufführung und kooperiert mit Künstlern anderer Musikrichtungen. Gemeinsam mit dem MDR-Sinfonieorchester ist sie auf der Japan-Tournee in Sapporo und Tokio zu erleben.