Do 07.11. 2019 09:05Uhr 30:00 min

TC Boyle
TC Boyle Bildrechte: imago/Aurora Photos
MDR KULTUR - Das Radio Do, 07.11.2019 09:05 09:35

Lesezeit América (4/10)

América (4/10)

Von T.C. Boyle

  • Stereo
Ein mexikanisches, illegal eingewandertes Paar versucht, sich in den USA ein Leben aufzubauen - und scheitert an den Amerikanern: Delaney Mossbacher wohnt mit seiner Familie nobel in den Bergen bei Los Angeles. Nicht weit entfernt von ihnen haust, in einem zusammen gezimmerten Unterschlupf in einem Canon, das junge mexikanische Paar Cándido und América. Sie wollen sich trotz aller Schicksalsschläge und erbärmlichen Bedingungen das Geld für eine richtige Wohnung erarbeiten. Eines Tages wird Cándido von Delaneys Auto erfasst und schwer verletzt. Delaney drückt ihm einen 20-Dollar-Schein in die Hand.

Die Bewohner in Delaneys Viertel machen sich Sorgen wegen der illegalen Einwanderer in der Gegend, man will ein Tor errichten. Doch nützt das was? Schließlich dringt ein Coyote in sein Grundstück und reißt Delaneys Hunde. Furcht und Wut und Panik steigern sich bei Delaney zu einer auf Cándido gerichtete Obsession, bis sie sich unheilvoll entlädt .

Mitreißend und erschütternd schildert T.C. Boyle Phänomene wie Ausländerfeindlichkeit, paranoide Ängste und Umweltzerstörung, die zu verheerenden Waldbränden führt. Wüsste man nicht, dass er diesen Roman bereits 1995 veröffentlichte, man könnte meinen, er sei gerade erst entstanden.

Tom Coraghessan Boyle wurde 1948 in Peekskill (New York) geboren und er gilt als Enfant terrible der amerikanischen Gegenwartskultur. Er promovierte 1977 an der University of Iowa mit einer Kurzgeschichtensammlung und lehrt heute Creative Writing an der University of Southern California. Er veröffentlichte an die 16 Romane sowie zahlreiche Kurzgeschichten. Für "World's End" erhielt er 1987 den PEN/Faulkner-Preis. Boyle lebt mit seiner Familie in Santa Barbara

(2 Min.)
Mitwirkende
Regie: Ralf Ebel
Produktion: RBB 2008
Darsteller
Sprecher: Boris Aljinovic